„Diese Einheitlichkeit in der Herstellung deutet nicht nur auf eine gemeinsame Tradition und eine starke kollektive Produktionsidentität hin, sondern auch auf einen Grad an Koordination, der auf hochgradig organisierte Arbeitsabläufe und institutionelle Aufsicht bei der Verwaltung von Ressourcen, Arbeitskräften und technologischem Wissen hindeuten könnte. Dieses Maß an Komplexität haben wir in dieser Region zu dieser Zeit nicht erwartet.“
Spezialisierte Produktion im Zentrum der eisenzeitlichen Stadt
Der Dinka-Siedlungskomplex wurde ursprünglich zwischen 2015 und 2020 vom Peshdar Plain Project unter der Leitung von Karen Radner der LMU München untersucht. „Der Dinka-Siedlungskomplex bietet uns die seltene Gelegenheit, zu erforschen, wie ein Zentrum in der Zagros-Region in der Eisenzeit funktionierte.“
Die Werkstatt in Gird-i Bazar zeige, dass spezialisierte Handwerksproduktion nicht am Rande stand, sondern in das städtische Gefüge eingebettet war. Das liefere neue Einblicke in die Organisation und Komplexität des Lebens im Zagros-Gebirge während des ersten vorchristlichen Jahrtausends“, resümiert die Archäologin.
Weitere Grabungen werden nun seitens der Universität Münster und unter Leitung von Professor Florian Janoscha Kreppner unternommen, um das alltägliche Leben in der Zagros-Region während der Eisenzeit noch besser zu verstehen.