Geschlossen Theater bleibt bis Ende Januar zu

Traurige Leere herrscht in den kommenden Wochen im Saal des Rosenthal-Theaters. Foto: /Florian Miedl

Die Stadt Selb zieht jetzt eine klare Linie. 2G-plus ist gleichbedeutend mit einem Lockdown, begründet der Betreiber die vorübergehende Schließung aus wirtschaftlichen Gründen.

Selb - Das Rosenthal-Theater bleibt bis Ende Januar geschlossen. Wie die Stadt Selb mitteilt, zieht sie damit jetzt eine klare Linie. „Nachdem die Staatsregierung im November entschieden hat, für Theater die 2G-plus-Regelung anzuordnen – geimpft, genesen und zusätzlich getestet – mussten wir leider den Theaterbetrieb vorerst erneut einstellen.“ 2G-plus sei quasi gleichbedeutend mit einem Lockdown. Die Veranstaltungen hätten vor fast leerem Saal stattgefunden. „Dies ist leider inzwischen auch aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr vertretbar“, heißt es in der Pressemitteilung.

Veranstaltungen abgesagt

So wurden zunächst alle Veranstaltungen im Dezember abgesagt und, soweit möglich, verschoben. Nachdem nicht nur Veranstalter, sondern auch Produzenten und Agenturen für ihre Künstler und Ensembles Planungssicherheit brauchten, hätten leider auch die ersten Veranstaltungen im neuen Jahr abgesagt werden müssen.

Die 2G-Plus-Regel gelte weiterhin, allerdings mit der Ergänzung, dass geboosterte Besucher keinen zusätzlichen Test benötigten. Die Stadt sieht das „nicht als entscheidende Verbesserung an, weil der Anteil an Booster-Impfungen noch nicht hoch genug ist und viele Theater- und Konzertfreunde, die noch nicht geboostert sind, sicher kein Interesse haben, vor dem Theaterbesuch in kalter und nasser Jahreszeit an Testeinrichtungen anzustehen“.

Nicht wirtschaftlich

Deswegen hat die Stadt Selb entschieden, den Theaterbetrieb bis 31. Januar 2022 einzustellen. Vor allem größere Produktionen und Konzerte verursachten Kosten im fünfstelligen Bereich. Das sei bei 30 bis maximal 100 Besuchern wirtschaftlich nicht mehr vertretbar. Leider betreffe diese Entscheidung auch das bereits mehr-fach verschobene Konzert „Nacht der italienischen Welthits“ mit der Band „I Dolci Signori“ am 2. Januar und das Neujahrskonzert der Hofer Symphoniker am 13. Januar. „Beide Konzerte waren nach aktuellen Coronabestimmungen mit 25 Prozent Saalbelegung tatsächlich bereits ausverkauft.“ „I Dolci Signori“ soll jetzt am 21. September kommen. Die Tickets bleiben gültig.

Neujahrskonzert vielleicht später

Aktuell verhandle die Stadt mit der Leitung der Hofer Symphoniker über das Nachholen des Neujahrskonzerts am 1. oder 2. Februar. Weiter von der Schließung bis Ende Januar betroffen sind folgende Veranstaltungen im Januar: „Conni – Das Zirkus-Musical“ (5. Januar), Kabarett mit Mäc Härder (16.), Konzert mit Gery & The Johnboys (21.), „Broadway Dreams“ (23.), „Wiener Blut“ mit dem Theater Hof (27.), und „Elfen-Thron von Thorsagon“ (29.).

Karten für diese Veranstaltungen könnten zurückgegeben werden.

Rock-Spektakel im Februar

Am 5. Februar um 19.30 Uhr soll mit dem Rock-Spektakel „The Magic of Queen Classic“ mit Markus Engelstaedter & Band und special Guest Aurora Sein Perry (Sopran) der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden. „Der Anteil an Booster-Impfungen wird sich bis dahin so entwickeln, dass von vertretbaren Besucherzahlen auszugehen ist. Der Vorverkauf dafür beginnt relativ kurzfristig am 10. Januar.“

Vorverkauf beginnt im Januar

In der zweiten Kalenderwoche des kommenden Jahres würden weiter die Vorverkäufe für folgende Veranstaltungen eingerichtet:

13. Februar, 15 Uhr: „Jan & Henry lösen jeden Fall“; 17. Februar, 19.30 Uhr: „Maria de Buenos Aires“ (Ballett Theater Hof); 19. Februar, 19.30 Uhr: Danceperados of Ireland; 20. Februar, 17 Uhr: Lieder und Balladen von Carl Loewe (Benefizkonzert für den „Langen Teich“); 22. Februar, 19.30 Uhr: Theatergastspiele Fürth mit „Die Falle“; 25. Februar, 19.30 Uhr: Wiederholungskonzert mit „Fellow Rovers“ und „Voice Club“.

Kein „Phantom der Oper“

Am 27. Februar war eigentlich erneut das Musical-Highlight „Das Phantom der Oper“ mit dem Autorenduo Deborah Sasson und Jochen Sautter vorgesehen, wie die Stadt Selb mitteilt. Das sei die aufwendigste Produktion in der laufenden Spielzeit überhaupt. „Aber wegen des immensen Aufwands, vor allem auch von Seiten der Produktion, musste die unter den aktuellen Voraussetzungen nicht planbare Tournee abgesagt werden.“

Das Kulturamt der Stadt Selb bedauert, dass es so viele Stornierungen gibt. „Es tut uns leid, dass die coronabedingten Unsicherheiten und Unannehmlichkeiten auch für den Theaterbetrieb eher zu- denn abnehmen, aber wir können nur versuchen, unter den sich ständig wechselnden und im Moment kaum noch umsetzbaren staatlichen Vorgaben das jeweilige Maximum herauszuholen. Leider ist allerdings im Moment die komplette Schließung des Theaters der einzige gangbare Weg“, so die Information aus dem Kulturamt Selb.

Ticket als Weihnachtsgeschenk

Die Stadt Selb und ihr Kulturamt bitten erneut um Verständnis. Theaterkarten als Weihnachtsgeschenk gebe es dieses Jahr leider nicht. „Aber zeitlich nicht begrenzte Gutscheine für Theaterkarten sind eine großartige Alternative.“ Für Infos dazu und allgemein zum Programm im neuen Jahr steht das Kulturamt unter der Rufnummer 09287/883-119 und 883-125, E-Mail: kulturamt@selb.de, zur Verfügung. Auch im Internet unter www.selb.de gibt es immer aktuelle Informationen. red

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