Bei der Ernährung sei er streng. Morgens trinke er einen "supergesunden Shake" – ein Mix aus allem, was er für besonders wertvoll halte: Blaubeeren, Sojabohnen, Kurkuma, Ingwer, Leinsamen, Nüsse, Joghurt, Obst oder Karottenreste seiner Kinder. "Manchmal auch ein bisschen Tomatenmark." Der Geschmack sei egal, so habe man morgens schon etwas für sich getan.
Womit belohnt er sich? Mit einfachen Dingen: früh ins Bett gehen und in Ruhe einen Podcast hören, Urlaub mit der Familie, oder mit seinem jüngsten Sohn spielen – und sich bewusst machen, dass man sich später nach genau diesen Momenten zurücksehnen wird.
Warum er Vergnügen für überschätzt hält
Eine Stelle im Buch, bei der vielleicht nicht jeder mitgeht. "Viele finden es komisch, wenn ich sage, dass ich Spaß und Vergnügen für überschätzt halte", schreibt Kast. Auch seine Schwester gehe da nicht mit, erzählt er im Gespräch. Was er meint: dass Verantwortung, Sinn und innere Entwicklung seiner Meinung nach erfüllender sein können als kurzfristige Vergnügen.
Für manche seien Spaß und Glück der Sinn des Lebens, schreibt Kast. Doch da das Leben nun mal so konstruiert sei, dass man nicht immer Spaß haben und glücklich sein könne, erscheine es ihm eine sehr fragile Philosophie, den Sinn des Lebens auf einem so wackeligen Fundament aufzubauen.
Selbstverständlich gebe es Schicksalsschläge oder Erfahrungen von Ungerechtigkeit und Gewalt, die einfach nur traumatisch seien, schreibt Kast. Häufig seien es aber schwierige Situationen, die nicht nur zur eigenen Resilienz beitragen, sondern dem Leben so etwas wie Sinn und Tiefe verleihen würden. "Die Widerstände und Hürden selbst sind es, die unser Leben wertvoll machen. Weil sie uns die Chance geben, über uns hinauszuwachsen."