Die Koalition hatte vor der Einigung vom Februar lange darum gerungen, ob es wirklich eine gesetzliche Pflicht zu Investitionen geben sollte. Weimer fürchtete rechtliche Risiken und bevorzugte zeitweise eine freiwillige Vereinbarung mit den Streamingriesen und Sendern. Die SPD und das Haus von Finanzminister Lars Klingbeil pochten hingegen auf die gesetzliche Verpflichtung und setzen sich durch - allerdings mit einer vergleichsweise niedrigen Quote von acht Prozent.
Klingbeil erklärte, mit den neuen Regeln stärke man den Filmstandort und seine Vielfalt. "Unser Ziel ist, dass mehr Aufträge nach Deutschland und Europa gehen. Wir wollen, dass europäische Inhalte gestreamt werden. Und wir fördern die Arbeit unabhängiger Produzentinnen und Produzenten."
Lob für Weimer
Der Vorsitzende des Kulturausschusses im Bundestag, Sven Lehmann von den Grünen, lobte, endlich gehe es in der Filmpolitik vorwärts. "Es ist gut, dass die Bundesregierung eine gesetzliche Investitionsverpflichtung für Streamingdienste und private Sender auf den Weg bringt." Lehmann kritisierte, dass Weimer zu lange an freiwilligen Deals festgehalten und damit unnötig Zeit verspielt habe.
Der nordrhein-westfälische Medienminister Nathanael Liminski (CDU) begrüßte, dass der Filmstandort Planungssicherheit bekomme. Weimer habe kulturelle Verantwortung mit wirtschaftlicher Vernunft zu einer tragfähigen Lösung zusammengeführt.