Karin Riedel und ihr Mann Thomas Pinzer bleiben auch dann ruhig, wenn wieder und wieder über die Schiffsdecks und auch über die Mobilfunkgeräte Alarme ertönen. Alarme, die von nahenden Angriffen künden, die der Iran gegen das Emirat Katar und seine Hauptstadt Doha fliegt. Angriffe, von denen man Detonationen hören kann, wenn die Flugabwehr nahende Raketen abschießt, bevor sie am Boden Schaden anrichten können. Angriffe, die die rund 2500 Urlauber auf dem Kreuzfahrtriesen „Mein Schiff 5“ dazu zwingen, auf dem Schiff unter Deck zu gehen und darauf zu hoffen, dass die massiv eingeschränkte Bewegungsfreiheit bald wieder aufgehoben wird. Das Kulmbacher Ehepaar sollte eigentlich am Donnerstag schon wieder in Frankfurt gelandet und nach einer Übernachtung im Hotel am Freitag mit dem Flix-Bus wieder nach Hause zurückgekehrt sein. Doch beide sitzen in Doha fest, der Hauptstadt von Katar. Ihr luxuriöses Kreuzfahrtschiff, das ihnen ein paar unvergessliche Tage schenken sollte, ist so etwas wie ein Gefängnis geworden. Unvergesslich werden diese Tage nun sicher, wenn auch ganz anders als gedacht.