Gesundheitsreport Der Krankenstand steigt enorm

Ein Mitarbeiter einer Arztpraxis füllt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus (gestellte Szene mit gestellten Daten). Foto: /Paul Zinken/dpa

Laut DAK-Gesundheitsreport gibt es im Raum Kulmbach mehr Krankschreibungen als zuletzt. Das liegt an Erkältungsviren, Corona und immer mehr auch an psychischen Erkrankungen.

Die Krankheitswelle in den Landkreisen Kulmbach und Bayreuth war im ersten Halbjahr so hoch wie schon lange nicht mehr. 2022 waren deutlich mehr Beschäftigte krankgeschrieben als im Vorjahreszeitraum – die Fehltage lagen fast 20 Prozent über dem Niveau des ersten Halbjahrs 2021. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport der DAK hervor.

Die Kasse hat ausgerechnet, dass heuer an jedem Tag bis Ende Juni durchschnittlich 50 von tausend bei der DAK versicherten Beschäftigten krankgeschrieben waren. Der Februar verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr ein besonders sattes Plus von 74 Prozent. Die Zahlen sind durchaus aussagekräftig. Die DAK-Gesundheit ist eine der größten gesetzlichen Krankenkassen Deutschlands. Sie hat mehr als 760 000 Versicherte in Bayern, davon etwa 8000 in den Kreisen Kulmbach und Bayreuth.

Der Krankenstand in der Region lag bei 5,0 Prozent und damit um fast ein Fünftel über dem Niveau des ersten Halbjahres 2021. Verantwortlich für den Anstieg der Fehltage waren vor allem Erkältungen. Bis Ende Juni kamen in der Region auf 100 DAK-Versicherte insgesamt 149 Fehltage aufgrund von Atemwegsproblemen – deutlich mehr als im gleichen Zeitraum 2021 (51 Tage).

„Parallel zu den Lockerungen der Pandemie-Schutzmaßnahmen im März 2022 konnte sich eine ausgeprägte Erkältungswelle entwickeln. Sie wurde dazu noch von der hochansteckenden Omikron-Variante begleitet“, kommentiert Maria Steinlein, von der DAK-Gesundheit in Bayreuth die Ergebnisse. Die Fehltage aufgrund von Corona sind um das Fünffache gestiegen: Statistisch gesehen kamen auf 100 DAK-Versicherte rund 93 Corona-Fehltage, 72 Tage mehr als im 1. Halbjahr 2021.

Der Gesundheitsreport für Bayreuth und Kulmbach zeigt zudem den Anteil der wichtigsten Krankheitsgruppen am gesamten Krankenstand: Die meisten Fehltage des ersten Halbjahres 2022 gingen auf das Konto der Muskel-Skelett-Erkrankungen, wie etwa Rückenleiden. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres waren es in dieser Erkrankungsgruppe 174 Fehltage je 100 DAK-versicherte Beschäftigte – fast ein Drittel weniger als im Vorjahreszeitraum. An zweiter Stelle des Rankings folgten die Atemwegserkrankungen und an dritter die psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Anpassungs- oder Angststörungen. Die Anzahl der Fehltage in diesem Bereich blieben mit 125 Tagen je 100 DAK-versicherten Beschäftigten weitgehend unverändert. „Gerade psychisch belastete Menschen waren während der Krise oft über auffällig lange Zeiträume krankgeschrieben. Besorgniserregend ist, dass bei vielen die Erkrankung in den aktuellen Krisenzeiten langwieriger wird“, sagt Maria Steinlein.

Angesichts der fortgeschrittenen Pandemie, des Ukraine-Kriegs und der Energiekrise sieht die Krankenkasse die Firmen vor großen Herausforderungen. „Damit in dieser Situation gesundes Arbeiten gelingen kann, ist Betriebliches Gesundheitsmanagement wichtiger denn je“, sagt Steinlein.

Die DAK-Gesundheit habe dazu digitale Angebote entwickelt, die sich auch eignen, wenn Beschäftigte im Homeoffice arbeiten oder etwa zwischendurch kleine Erholungspausen einschieben möchten. Es gebe Online-Vorträge, -Seminare und weitere digitale Anwendungen aus den verschiedenen Bereichen der Betrieblichen Gesundheitsförderung. Dazu gehören auch die Themen Stressbewältigung, Bewegungsförderung oder Tipps zur Konfliktlösung.

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