Trump: "Sie können es kaum erwarten, sich zu einigen"
Vertreter aus Washington und Teheran hatten sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für ein dauerhaftes Ende des Kriegs ebnen soll. Streit besteht unter anderem weiter über das iranische Atomprogramm, Teherans Unterstützung für Milizen in der Region, darunter die Hisbollah im Libanon, sowie über die Straße von Hormus. Die USA fordern, dass die für den weltweiten Energiehandel wichtige Meerenge wieder für die Schifffahrt geöffnet wird und keine Gebühren erhoben werden.
Wann die nächste Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran stattfindet, ist weiter unklar. US-Präsident Donald Trump sagte am Freitag, die USA hätten dem Iran wegen der Beerdigung "eine Woche frei" gegeben. "Sie können es kaum erwarten, sich zu einigen. Sie wollen sich unbedingt einigen", sagte Trump anlässlich des Unabhängigkeitstags vor dem Präsidentendenkmal Mount Rushmore, wie der Sender CNN berichtete.
Macht im Iran nach Chameneis Tod neu geordnet
Nach Chameneis Tod hat sich auch das Machtgefüge im Iran neu sortiert. Als oberster Führer hatte er in allen wichtigen Fragen das letzte Wort. Regierung und Präsident waren ihm untergeordnet. Der schiitische Ajatollah war zudem die oberste religiöse Autorität der Islamischen Republik. Unter seiner Führung entwickelten sich die Revolutionsgarden zur führenden Streitmacht des Landes und bauten ihren Einfluss in der Region aus. Inzwischen sind vor allem Vertreter der mächtigen Garden in wichtige politische Positionen aufgestiegen.
Chameneis Sohn Modschtaba war eine Woche nach dem Tod seines Vaters Anfang März zum neuen Staatsoberhaupt ernannt worden, trat seitdem jedoch nicht öffentlich auf. Das löste Spekulationen über seinen Gesundheitszustand aus. Von schweren Verletzungen ist die Rede. Das Staatsfernsehen bezeichnete ihn als "Kriegsversehrten", nannte aber keine weiteren Details. Auch für die Beerdigung in Maschhad ist unklar, ob er erscheinen wird.
Sein Vater prägte die Islamische Republik fast vier Jahrzehnte lang. Unter seiner Führung stieg der Iran zu einer einflussreichen Regionalmacht auf, deren Einfluss in den vergangenen Jahren jedoch deutlich geschwächt wurde. Im Inneren regierte er mit absoluter Härte. Öffentliche Kritik an seiner Person wurde nicht geduldet. "Tod dem Diktator", riefen Demonstranten bei den jüngsten Protestwellen.