Gewerbesteuer IHK fordert Zurückhaltung

Symbolbild. Foto: dpa/Robert Schlesinger

Viele Kommunen haben ihre Hebesätze bei der Gewerbesteuer erhöht. In Kulmbach sieht das noch anders aus. Das zu ändern, davor warnt jetzt das Kulmbacher IHK-Gremium eindringlich.

Nachdem 2021 im Einzugsgebiet der IHK für Oberfranken Bayreuth 31 der 196 Kommunen die Gewerbesteuer oder die Grundsteuer erhöht haben, waren es dieses Jahr 20 Kommunen, wie die jüngste Realsteuerumfrage zeigt. Harry Weiß, Vizepräsident der IHK für Oberfranken Bayreuth und Vorsitzender des IHK-Gremiums Kulmbach, bittet Kommunen weiter um Zurückhaltung.

„Egal ob Bürger, Kommunen oder Unternehmen, alle haben in diesen Monaten mit erheblichen Preissteigerungen zu kämpfen. Deshalb begrüße ich den weitgehenden Verzicht der Kommunen, die Gewerbesteuerhebesätze zu erhöhen. Schließlich kämpfen aktuell viele unserer Unternehmen um ihre Existenz. Jede Abgabenerhöhung setzt die Unternehmen nur weiter unter Druck”, macht Weiß deutlich. „Mir ist klar, dass die galoppierenden Preise auch die Kommunen schwer belasten, bitte aber im Interesse unserer Unternehmen und letztendlich aller Mitarbeiter darum, weiter Zurückhaltung zu üben und auf eine Erhöhung der Gewerbesteuer zu verzichten,” erklärt Weiß.

„Man darf bei den Gewerbesteuerhebesätzen nicht nur potenzielle Neuansiedlungen im Fokus haben, sondern vor allem alle ansässigen Unternehmen, die von einer Gewerbesteuererhöhung oder -senkung genauso betroffen sind”, macht IHK-Steuerreferent Andreas Wandner deutlich, der Projektleiter der Umfrage.

„Die weitverbreitete Meinung, dass eine Erhöhung der Gewerbesteuer die Unternehmen nicht tangiert, trifft für viele Unternehmen nicht zu.” Einzelunternehmen und Personengesellschaften haben einen Freibetrag in Höhe von 24 500 Euro. Einer Kapitalgesellschaft, also etwa einer GmbH, steht dagegen kein Freibetrag zu.

„Eine Erhöhung der Gewerbesteuer kann bei den Unternehmen also nicht unerheblich ins Geld gehen”, macht Wandner deutlich. „Hinzu kommt, dass aktuell niemand abschätzen kann, wie sich die Grundsteuerreform im Einzelfall auswirken wird.” Mit 332,3 Punkten liegt der durchschnittliche Gewerbesteuerhebesatz im Landkreis Kulmbach unter dem oberfränkischen Schnitt von 352,8 Punkten, heißt es in der Mitteilung der IHK. Im Mittel am höchsten sind demnach die Gewerbesteuerhebesätze im IHK-Gremium Forchheim mit 376,2 Punkten, gefolgt von Lichtenfels mit 362,7 und Bayreuth. Im IHK-Gremium Kronach sind die durchschnittlichen Hebesätze mit 325,1 Punkten die niedrigsten in Oberfranken, gefolgt vom IHK-Gremium Kulmbach. Den niedrigsten Gewerbesteuerhebesatz im Landkreis verzeichnet Kasendorf mit 300 Punkten, den höchsten Satz hat Himmelkron mit 360 Punkten vor Kulmbach, Guttenberg und Kupferberg (jeweils 350 Punkte). Bei der Grundsteuer A reicht die Spannweite von 270 Punkten in Kulmbach und Mainleus bis 400 Punkten in Grafengehaig und Harsdorf. Bei der Grundsteuer B reicht die Spanne von 270 Punkten in Mainleus bis zu 380 Punkten in der Gemeinde Grafengehaig. Die ausführlichen Ergebnisse der Umfrage mit allen Details sind auf der Homepage www.bayreuth.ihk.de eröffentlicht. red

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