gKU Winterling Immobilien Neues Gewerbe auf Industriebrachen

Christl Schemm
Cäcilia Scheffler, Chefin des gKU Winterling Immobilien. Foto: Florian Miedl

Cäcilia Scheffler, Chefin des gKU Winterling Immobilien, erläutert Projekte und Pläne des Unternehmens. 390 Arbeitsplätze sind entstanden.

Arzberg - Wie interkommunale Zusammenarbeit funktionieren kann und wie aus Industriebrachen attraktive neue Standorte für Gewerbe entstehen können, erläuterte die Vorständin des Gemeinsamen Kommunalunterunternehmens (gKU) Winterling Immobilien, Cäcilia Scheffler, in der Bürgerversammlung in Arzberg. Dazu zeigte sie Luftbilder von den vier ehemaligen Standorten des Porzellanunternehmens Winterling in Arzberg, Kirchenlamitz, Röslau und Schwarzenbach/Saale.

An allen vier Standorten sind demnach Teile der früheren Porzellanfabriken abgebrochen worden. Generelles Ziel sei aber die Wiederbelebung der Industrieflächen und -gebäude. Dies sei eine sehr komplexe Aufgabe, unter anderem wegen der Verflechtung von Wohn- und Gewerbegebieten, der nicht immer gesicherten Erschließung oder problematischer Bedingungen beim Brandschutz. Die Nachfrage und die Bausubstanz hingegen seien gut. Ein Vorteil in Arzberg sei, dass keine Altlasten beseitigt werden müssten.

Bis auf Türme alles belegt

„Zum Glück gibt es die Städtebauförderung, damit das die Kommunen gemeinsam anpacken können“, betonte die Chefin des gKU. „Gewerbe schafft Arbeitsplätze.“ So seien in den vergangenen fünf Jahren an den vier Standorten insgesamt 112 000 Quadratmeter Gewerbeflächen vermietet und 44 000 Quadratmeter verkauft worden. Das gKU habe über 60 Mieter. 390 Arbeitsplätze seien entstanden. „An den Standorten ist eine Aufbruchsstimmung spürbar“, konstatierte Cäcilia Scheffler. In den Hauptbau der früheren Porzellanfabrik Arzberg sind unter anderem die Firmen Schott, Zarelo und Fabimax eingezogen. Bis auf die hohen Gebäudetürme sei alles belegt. „Es ist alles voll, wir müssen Interessenten absagen.“

Als erste Maßnahmen in Arzberg beschrieb die Vorständin unter anderem Teilabbrüche, die Investition von rund 70 000 Euro in den Werksverkauf, Fassadendämmungen, den Einbau von neuen Türen und Fenstern, die Einrichtung eines Sozialraums und den Bau eines Blockheizkraftwerks. Für nächstes Jahr sei geplant, die Außenanlagen, Zufahrten und den Platz vor dem Werksverkauf neu zu gestalten sowie einen Regenüberlaufteich anzulegen. Dafür werde das gKU drei Millionen Euro in die Hand nehmen. Die vier beteiligten Kommunen sind nach Einschätzung Schefflers ideale Gewerbestandorte. „Wir sind stolz, eine Industrieregion zu sein und nicht nur Provinz.“

Lob aus dem Landratsamt

Bürgermeister Stefan Göcking bescheinigte der Vorständin, über ein sehr komplexes Fachwissen zu verfügen. „Ohne dich wären wir nicht da, wo wir jetzt sind“, sagte er. Nun müsse man sehen, dass die Förderungen weiterliefen. Denn bessere Beispiele für die Umwandlung von Industriebrachen in neue Gewerbegebiete gebe es nicht.

Johannes Hofmann, Fachbereichsleiter für Kommunalaufsicht und Gemeindefinanzen beim Landratsamt Wunsiedel, vertrat an diesem Abend Landrat Peter Berek. Aufgrund der auch in der Region steigenden Corona-Zahlen würden viele Termine abgesagt. Umso wichtiger sei es, dass Arzberg der Verpflichtung zur Bürgerversammlung nachkomme. Hofmann betonte die Wichtigkeit des Ehrenamts sowie der Arbeit in den kommunalen Gremien und der interkommunalen Zusammenarbeit. Fachbereichsleiter Johannes Hofmann und lobte das gute Engagement der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sowie in der Stadtverwaltung. Christl Schemm

 

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