Glasfaserausbau SWW Wunsiedel kooperiert mit Telekom

Ab 2026 können Kunden Telekom-Produkte über das SWW-Netz buchen. 50 Prozent der Wunsiedler Haushalte und Unternehmen profitieren somit bis 2030 vom Glasfaserausbau.

Bei der Vertragsunterzeichnung (von links) Philip Niedernhuber und Lothar Heubeck (beide Telekom), Bürgermeister Nicolas Lahovnik sowie Ulrich Pieringer und Marco Krasser (beide SWW). Foto:  

Die Deutsche Telekom und die SWW Wunsiedel GmbH (SWW) schließen eine langfristige Kooperation für den Glasfaserausbau in der Stadt. Ein erster Einzelvertrag umfasst, wie es in einer Mitteilung heißt, mindestens 1500 Gebäude; damit könnten rund 2400 Haushalte und Unternehmensstandorte in Wunsiedel direkt mit Gigabitgeschwindigkeit versorgt werden. „Das entspricht rund 50 Prozent der Anschlüsse im Stadtgebiet.“ Dieser Abschnitt soll bis 2030 ausgebaut werden.

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Darüber hinaus wird die Telekom das bestehende Glasfasernetz der SWW nutzen. Erste Kundinnen und Kunden können laut Mitteilung bereits im nächsten Jahr online gehen. Beide Seiten betonen ihr Interesse, durch weitere Einzelverträge langfristig eine flächendeckende Glasfaserversorgung für Wunsiedel zu erreichen.

Zwei Betreiber

In Wunsiedel entsteht damit eine Mehr-Betreiber-Fiber-Plattform. Die SWW baut ein passives Glasfasernetz. Auf diesem Netz bieten die SWW eigene Produkte an. Die Telekom wird als zweiter aktiver Betreiber das Netz nutzen. Sie bietet ihre eigenen Produkte wie Telefon, Internet und TV an. Darüber hinaus gibt die Telekom ihren Wholesale-Partnern wie 1&1, Vodafone und Telefónica die Chance, ihre Produkte ebenfalls anzubieten. So haben Kunden in Wunsiedel eine breite Auswahl bei nur einem Netz. Das Glasfasernetz selbst bleibt im Besitz der SWW.

„Digitale Versorgung auf neuem Niveau“

Nicolas Lahovnik, Bürgermeister der Stadt Wunsiedel sagte anlässlich des Vertragsabschlusses: „Wir freuen uns sehr, dass mit der Kooperation zwischen den SWW Wunsiedel und der Telekom nun unsere kommunale Glasfaserinfrastruktur von der nationalen Vermarktungsstärke eines großen Partners profitiert.“ Und Marco Krasser, Geschäftsführer der SWW Wunsiedel, ergänzte: „Der Wunsiedler Weg steht für verlässliche, klimaneutrale Infrastruktur. Mit der Telekom heben wir jetzt auch die digitale Versorgung auf ein neues Niveau – effizient, kundenfreundlich und zukunftssicher.“

Thilo Höllen, Senior Vice President Breitbandkooperationen bei der Telekom Deutschland, betonte: „Kooperationen sind ein wichtiger Teil unserer Glasfaser-Ausbaustrategie. Wir bündeln unsere Stärken mit der lokalen Kompetenz der SWW und sind so in der Lage, unseren Kunden Glasfaseranschlüsse zu bieten.“

Vertrag nicht von der Stange

Erste Gespräche für eine Kooperation fanden, wie es in der Mitteilung heißt, bereits 2019 statt. Wirklich Fahrt aufgenommen hätten die Gespräche 2023. Seit Dezember 2024 würden in intensiven Verhandlungen die notwendigen Details geklärt, wie technischer Standort, prozessuale Zusammenarbeit und Konditionen für die Anmietung.

Um Tiefbauarbeiten zu bündeln und die Belastung für Bürgerinnen und Bürger so gering wie möglich zu halten, werde der Glasfaserausbau eng mit dem Wärmeausbau verknüpft. Mit jeder Maßnahme wachse das Netz automatisch mit. Wer künftig einen Anschluss an das Wärmenetz erhält, bekomme auf Wunsch kostenfrei auch einen leistungsfähigen Glasfaseranschluss ins Haus gelegt.

Darüber hinaus sollen in weiteren Einzelverträgen zusätzliche Ausbaugebiete gemeinsam erschlossen werden. So nutzt Wunsiedel Synergien, treibt die Energiewende voran und bleibt seinem Anspruch als Vorzeigestadt treu – schon heute ist die Kommune zu 100 Prozent klimaneutral.

Die Vorteile

Zum Abschluss nennt die Mitteilung noch einmal, warum sich der Umstieg auf Glasfaser lohne:

 Glasfaserkabel ermöglichten deutlich höhere Übertragungsraten als Kupferkabel. So ließen sich rasend schnell riesige Datenmengen herauf- und herunterladen.

 Glasfaser biete die stabilste Verbindung für digitales Lernen und Arbeiten, Streaming und Gaming, alles gleichzeitig.

 Glasfaser sei weniger störanfällig und robuster gegenüber äußeren Einflüssen wie etwa Wasser. Gerade für ältere Menschen mit einem Hausnotruf biete eine Glasfaseranbindung mehr Schutz vor möglichen Störungen.

 Glasfaser sei gut fürs Klima, weil weniger Energie verbraucht werde als im Kupfernetz.

 Glasfaser steigere den Wert einer Immobilie. Wenn diese verkauft oder vermietet werden soll, sei der Glasfaseranschluss ein gutes Verkaufsargument.

Fazit: „Glasfaser ist zukunftssicher und die beste Technologie für die nächsten Jahrzehnte.“