Gottesdienste in Corona-Zeiten Segen im Glanz des Friedenslichts

Silke Meier
Zum Weihnachtsfest kamen die Schwestern Laura (links) und Yvonne Meier nach Selb in ihre Heimatgemeinde Sankt Andreas. Foto: /Silke Meier

Für katholische, evangelische und freikirchliche Christen ist Weihnachten ohne Besuch eines Gottesdienstes undenkbar. Ein Streifzug durch die Feiertage auf evangelisch.

Selb - Die Einkaufsmärkte haben am Heiligen Abend erst 30 Minuten geschlossen, da läuten in der Christuskirche schon die Weihnachtsglocken. Der Familiengottesdienst beginnt unter 3 G-Regeln: Genesen, geimpft oder getestet. Das Krippenspiel wird per Video eingespielt.

Eine halbe Stunde später, um 15 Uhr, füllt sich die Stadtkirche Sankt Andreas. Der Kinder- und Jugendchor unter der Leitung von Kirchenmusikdirektorin Constanze Schweizer-Elser stimmt deutsche und englische Weihnachtslieder an. Pfarrerin Andrea Münster erzählt von einer Zeitreise, zurück nach Bethlehem im Jahr Null. Die Gottesdienstbesucher, vor allem die Kinder, sind beteiligt. Sie stampfen wie die römischen Soldaten, imitieren die Tierstimmen und klopfen auf die Kirchenbank, als wäre es die Tür zur Herberge. Das Kind in der Krippe hebt Andrea Münster gut sichtbar hoch. Das Friedenslicht von Bethlehem wird mit Abstand durch die Reihen verteilt.

Fürbitten und Musik

In den Fürbitten denkt Münster inständig an Menschen in Not und Armut und an Menschen, die Streit und Gewalt ausgesetzt sind; und an Menschen, die vor dem Nichts stehen und schwere Schicksalsschläge erlitten haben. „Gott segne Dich, ganz gleich, was kommen mag“, singen die Kinder und Jugendlichen. Zum Weihnachtslied „Oh, du Fröhliche“ ist der Zimbelstern an der Orgel zu hören. Den Gottesdienst um 17 Uhr begleitet musikalisch die Kantorei.

Anschließend ist das Turmblasen mit Familie Geiger angekündigt. Dazu wird es still auf dem Martin-Luther-Platz, und der Choral „Vom Himmel hoch“ und „Stille Nacht“ sind weithin zu hören. Dekan Dr. Volker Pröbstl spricht auf der Kirchentreppe das Weihnachtsevangelium. Mit Applaus bedanken sich die Selber und ihre Gäste. „Schön, dich zu sehen“, sagen sich die Menschen zu. Auf dem Weg zum Parkplatz singt jemand weiter: „Christ ist erschienen, uns zu versühnen“ ...

Gottesdienste in Außenorten

Nachts, zur Mette um 23 Uhr, sind es vor allem die Klänge des Posaunenchores, „Tochter Zion“, der Triumphmarsch von Händel und die Paukenschläge, meistens getrommelt von Gerhard Wolf, die zu später Stunde die Besucher in die Stadtkirche ziehen.

Am ersten Feiertag finden Gottesdienste in den Außenorten statt. Großen Charme hat die Kapelle auf dem Gutshof von Wolfgang Stefan in Vielitz. Der Gottesdienstraum ist um 10.30 Uhr auf Abstand bestuhlt und für Corona-Verhältnisse sehr gut besucht. Um 17 Uhr swingt der Gospelchor Sankt Andreas in der Stadtkirche. Am zweiten Weihnachtstag feiern morgens in Selb und in Oberweißenbach zahlreiche Besucher das Christfest.

Und während sich die Gottesdienstbesucher auf den Weg in die Kirchen im Dekanat Selb und Wunsiedel machen, schauen sich viele Menschen zu Hause einen Weihnachtsgottesdienst an. Per Youtube oder auf CD gebrannt sehen die Zuschauer die vertrauten Kirchen und die Pfarrerinnen und Pfarrer.

Ein weiteres Video geht am Heiligen Abend auf Youtube viral: Das Vokalensemble vom Walter-Gropius-Gymnasium hat „Mary Did You Know“ an verschiedenen Stellen in Selb aufgenommen. Auch vor dem Weihnachtsbaum am Marktplatz und auf den Stufen der Stadtkirche. Professionell und atemberaubend schön sind Gesang und Bilder. Bis zum Mittag des zweiten Weihnachtsfeiertages wurde das Video knapp 1000 Mal angeklickt.

 

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