Großauftrag für Lilium 220 E-Jets für Brasilien

Lilium will 220 seiner E-Jets nach Brasilien liefern. Die Animation zeigt einen Flug über Rio de Janeiro. Foto: /Lilium GmbH

Der Lilium GmbH winkt ein Großauftrag. Zudem sollen die Elektro-Flieger in wenigen Jahren auch in Franken abheben.

München/Sao Paolo/Nürnberg - 220 Elektrojets will die Münchner Lilium GmbH nach Brasilien liefern. Der gesamte geplante Deal der Bayern mit der brasilianischen Fluggesellschaft Azul hat nach Angaben von Lilium ein Volumen von einer Milliarde Dollar. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde unterzeichnet.

Es sei geplant, den Hochgeschwindigkeits-Regionalverkehr in einem Land mit fast 100 Millionen Inlandsflugpassagieren pro Jahr radikal umzugestalten, so das Unternehmen, das einen Börsengang plant. Als Teil der Vereinbarung plane Lilium, 220 Flugzeuge an Azul zu verkaufen, die im gesamten Netzwerk betrieben werden sollen, das voraussichtlich 2025 starten wird. Azul wolle die Jet-Flotte betreiben und warten, während Lilium eine Plattform zur Überwachung des Flugzeugzustands, Ersatzbatterien und andere kundenspezifische Ersatzteile bereitstellen würde.

Lilium-Chef Daniel Wiegand: „Azul hat bequeme und erschwingliche Flugreisen in unterversorgte Märkte in ganz Amerika gebracht und macht sie zu einem idealen Partner für Lilium.“ Azul-Chef John Rodgerson sagte: „Azul ist die größte inländische Fluggesellschaft in Brasilien in Bezug auf die angeflogenen Städte und die täglichen Abflüge. Unsere Markenpräsenz, unser einzigartiges Streckennetz und unser leistungsstarkes Treueprogramm geben uns die Werkzeuge, um die Märkte und die Nachfrage für das Lilium Jet-Netzwerk in Brasilien zu schaffen.“

Auch in Franken könnten in einigen Jahren kleine Elektrojets starten und landen, hatte das Unternehmen auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt. Eine Verbindung Nürnberg-München sei fest geplant, ein weiteres Netzwerk soll aufgebaut werden, so ein Sprecher.

Die Lilium Jets sind CO2-frei, leise, bis zu 280 Stundenkilometer schnell, haben eine Reichweite von 250 Kilometern und sieben Sitze (sechs Passagiere plus Pilot). Konstruiert für eine schnelle regionale Mobilität. Wann genau die erste Maschine in Nürnberg startet, ist noch unklar. Der Sprecher: „Das ist noch offen, wir wollen generell kommerzielle Flüge in 2024 starten, aber wo das sein wird, ist noch offen.“

Neben der Strecke Nürnberg-München soll ein Netzwerk zu Zielen im Umkreis von 200 Kilometern aufgebaut werden. Der Flüsterjet könnte auch mal in Bayreuth, Hof, Coburg oder Bamberg starten und landen, bestätigte der Sprecher. Die Flugpreise sollen sich auf ICE-Niveau bewegen.

Liliums Vision ist die Schaffung eines nachhaltigen Hochgeschwindigkeits-Regionalverkehrsmittels. Die Jets starten und landen senkrecht. Im über 650 Köpfe starken Team arbeiten etwa 400 Luft- und Raumfahrtingenieure. Lilium wurde 2015 gegründet.

 

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