Große Pläne im Fichtelgebirge Solarmodule auf einer Fläche von 50 Fußballfeldern

Das Projekt nimmt im Wunsiedler Stadtrat die nächste Hürde. Mehrere Verbände und Behörden stellen Anforderungen an den Bau.

In etwa so wird die Freiflächen-Photovoltaik-Anlage aussehen. Foto: /Patrick Pleul/dpa

Während im Arzberger Stadtrat die geplante Freiflächen-Photovoltaikanlagen angesichts heftiger Diskussionen ein heißes Eisen zu sein scheinen, haben die Wunsiedler Kollegen weniger Probleme damit. In nicht einmal fünf Minuten beschloss das Gremium einstimmig die für die Anlage notwendige Änderung der Bauleitplanung. Damit hat sie die nächste Hürde genommen.

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Wie berichtet, plant die Firma Münch aus Rugendorf auf 29,2 Hektar bisher landwirtschaftlich genutzter Fläche am Ortsrand von Holenbrunn nordwestlich der Firma Lapp eine Freiflächen-Photovoltaikanlage. Laut Bürgermeister Nicolas Lahovnik sind jeweils 50 Prozent des produzierten Stroms für den Betrieb der Wasserstoffherstellung des Unternehmens Wun-H2 im Energiepark und für die Wunsiedler Stadtwerke SWW bestimmt. „Irgendwann wird die Elektrolyse wieder anlaufen, da bin ich mir sicher. Der Vertrag mit zwischen dem Photovolktaikanlagen-Betreiber und der Wun-H2 ist übrigens zulässig und würde auch nicht so abgeschöpft, demnach wäre ein wirtschaftlicher Betrieb möglich.“ Die Stadtwerke hingegen würden den Strom zu günstigen Herstellungspreisen erhalten.

Sonnenstrom für 17 500 Haushalte

Bereits im Mai vergangenen Jahres hatte der Stadtrat die ersten planungsrechtlichen Weichen gestellt. Seinerzeit rechnete der zuständige Vertreter des Unternehmens, Frank Fugmann, damit, dass die Anlage womöglich noch 2022 gebaut werden könne. Das Projekt hat sich mittlerweile etwas verzögert, wird von der Firma Münch aber weiter vorangetrieben.

Das für die Freiflächen-Photovoltaikanlage benötigte Gelände hat die Größe von rund 50 Fußballfeldern. Mit einer Spitzenleistung von 45 Megawatt könnten rein rechnerisch 17 500 Haushalte mit sauberem Strom versorgt werden. Pro Jahr lassen sich so 27 500 Tonnen Kohlendioxid einsparen. Das Unternehmen will das Gelände bei Holenbrunn doppelt nutzen: Oben schöpfen die Solarpaneele Sonnenenergie ab, unten grasen Schafe und halten damit zugleich den Rasen kurz.

Die nach der Auslegung der Pläne eingegangenen Anregungen und Forderungen der Bürger und Behörden arbeitet das Unternehmen in ihre Pläne ein. Unter anderem Fordert das Amt für Landwirtschaft, dass durch die Eingrünung und Bepflanzung der Anlage die umliegenden landwirtschaftlichen Flächen nicht beeinträchtigt werden dürfen. Außerdem sollten keine landwirtschaftlichen Nutzflächen für den ökologischen Ausgleich verwendet werden. Der Bauernverband mahnt einen sparsamen Umgang mit landwirtschaftlichen Flächen an, da die Grundstücke in dem Bereich überdurchschnittlich ertragsfähig seien. Eine „deutliche Zäsur zum Ensemble Bauernhofgruppe Holenbrunn“ sieht das Landesamt für Denkmalpflege.

Wolfssicherer Zaun notwendig

Das Landratsamt Wunsiedel empfiehlt dem Unternehmen, wegen der Blendeinwirkung zu den nahe gelegenen Bahngleisen Kontakt mit der Deutschen Bahn aufzunehmen. Außerdem legt die Behörde Wert darauf, dass die Modulreihen im Abstand von mindestens drei Metern stehen, damit das darunterliegende Grünland sich extensiv entwickeln kann. Das Gelände um die Solarpaneele ist umzäunt. Das Landratsamt fordert jedoch, dass Kleinsäuger, Reptilien und Vögel auf die Fläche können. Wegen der Schafhaltung sei außerdem ein wolfssicherer Zaun notwendig. Schließlich muss das Unternehmen zehn Feldlerchenfenster und 0,2 Hektar Blühflächen nach Vorgaben des Naturschutzes anlegen.

Der Stadt entstehen laut Lahovnik keine Kosten. „Das Unternehmen ist dafür komplett verantwortlich.“