„Großer Bahnhof“ beim 30. Brauereimuseum feiert Geburtstag

Volles Haus beim großen Festakt anlässlich des Jubiläums für das Brauereimuseum im Mönchshof. Einer der Gäste nennt die Einrichtung „kulturhistorisches Aushängeschild Bayerns“.

Über die Bedeutung der Museen im Mönchshof waren sie sich alle einig. Foto: privat

Es ging ums Feiern und vor allem es um eins: das Geburtstagskind hoch leben zu lassen als eine Institution, die, wie Geschäftsführer und Museumsleiter Bernhard Sauermann feststellte „das Bierland Bayern krönt, die Genussregion Oberfranken adelt und die Bierstadt Kulmbach zu einem ganz besonderen Ort der überregionalen Kulturpflege kürt.

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Unter den Gästen befand sich neben zahlreichen Politikern auch der Gründungsvorstand des Museumsvereins, Dr. Hans-Christoph Ihring sowie Vertreter der Kulmbacher Lebensmittelindustrie wie Jürgen Brinkmann, Annegret Kühne, Jörg Lehmann oder Markus Stodden. Außerdem treue Wegbegleiter, wie Lothar Ebbertz, Geschäftsführer des Bayerischen Brauerbunds, in Begleitung von Linea Klee, der aktuellen Bierkönigin. Als ebenso treue Weggefährten stellten sich Büttner des Kulmbacher Büttner-Fachvereins an die Seite des Jubilars – sie waren standesgemäß erschienen in ihrer Tracht und mit den farbenfrohen Tanzbögen. Viele Erinnerungen wurden in den Festreden lebendig. Den Reigen eröffnete der derzeitige Vereinsvorstand und Geschäftsführer der Ireks GmbH, Stefan Soiné, der die Jahrhunderte alte klösterliche Tradition des Mönchshof-Areals als Hort des Wissens um eine gesunde Lebensmittelkultur herausarbeitete.

Staatssekretär Martin Schöffel nannte das Museum „einen besonderen Ort, der die Jahrtausende alte Brau-Tradition und die ganz spezielle Bedeutung der Bierkultur für Bayern und für Oberfranken und das Erbe dazu bewahrt“. Er könne sich in ganz Bayern keinen geeigneteren Ort als Kulmbach dafür vorstellen.

Bezirkstagspräsident Henry Schramm lobte, dass sich das Brauereimuseum nicht damit begnüge, zum Thema Bier lediglich das Geschichts- und Spaßpotential zu beleuchten, sondern im Rahmen von „Präventionsseminaren“ auch die Gefahr bei verantwortungslosem Umgang mit der Materie in den Fokus gerückt wird: „Es geht dabei im Wesentlichen darum, Schüler zu einem achtsamen Umgang mit Alkohol und Drogen zu sensibilisieren – in aller Deutlichkeit wird in diesem Zusammenhang auch das Thema `Suchtpotential von Bier` erörtert.“

Landrat Klaus Peter Söllner rückte die Bedeutung des Brauereimuseums für das „Bierland und die Genussregion Oberfranken“ in den Fokus. Er sprach zudem für den anwesenden OB Ingo Lehmann, der angesichts der zahlreichen Grußworte auf ein eigenes verzichtete, indem er feststellte, wie stolz er auf die „kulturhistorische Visitenkarte“ des Lebensmittelzentrums Kulmbachs sei.

Dr. Isabell Reindl vertrat die Landesstelle für die Nichtstaatlichen Museen in Bayern mit „zauberhaften“ Worten: „Ein Museum entsteht und trägt sich dauerhaft nicht einfach nur so von allein. Dazu braucht es neben einer ordentlichen Portion Fachkenntnis auch stets das nötige Quäntchen Glück und Zauberei“. Als essenzielle „Grundzutaten“ dieser Zauberformel zählten die international anerkannten Wesensmerkmale eines Museums: Sammeln - Bewahren – Forschen – Ausstellen und Vermitteln. Hauptzutat sei im Speziellen die jeweilige Exponate-Sammlung, die ganz analog und buchstäblich begreifbar einmalige Geschichte und einzigartige Geschichten erzählt. Als „Zauberer“ erkannte sie den gemeinnützigen Museumsverein, der zusammen mit der regionalen Lebensmittelindustrie für den dauerhaften Erfolg garantiere.

„Herzblut“ erkannte Dr. Reindl als die eigentliche Triebfeder der Zauberei. Dies bescheinigte sie allen Beteiligten, die dieses Projekt seit jeher getragen haben. Zwei Personen stellte sie in den Fokus: „Diese Protagonisten verfügen in ganz besonderem Maße über die legendäre, alles bestimmende Geheimzutat zu einem Zaubertrank mit Wow-Effekt. Seit über 30 Jahren der Sache und der Vision unerschütterlich verpflichtet, stehen die beiden Enthusiasten förmlich unbeugsam hinter dem Projekt. Sigrid Daum-Sauermann und Bernhard Sauermann haben zusammen diese wunderbare Museumswelt erschaffen und sie weit über die Region hinaus zu nationaler Bedeutung geführt. Jeder an seiner Stelle – ein kulturhistorisches Lebenswerk, das Seines Gleichen sucht.“ Das Brauereimuseum sei ein kulturhistorisches Aushängeschild Bayerns.

Den Abschluss des Vortragsreigens bildete ein von Sigrid Daum-Sauermann zusammengestellter Bildvortrag, bei dem sie einige Highlights der letzten 30 Jahre zum Besten gab. Letztlich leitete sie zum gemütlichen Teil der Veranstaltung über: fränkisch-traditionell mit Bier und „Bratwörscht“ und dem zukunftsweisenden Credo „bei einem Museum ist die Aufbauzeit nie zu Ende – wenn es aktuell und lebendig bleiben will.“

Bernhard Sauermann, scheidender Geschäftsführer und Museumsleiter der ersten Stunde, zeigt sich erfreut über die Feierstunde: „Es war eine tolle Veranstaltung, die der epochalen Bedeutung der kulturhistorischen Demonstration des bayerischen Kern-Lebensmittelgewerbes im Mönchshof nicht nur die verdiente Gesamtwürdigung zu teil werden ließ, sondern darüber hinaus vielversprechende Perspektiven für eine prosperierende Zukunft formulierte.“