Großer Kornberg Initiative fordert Aus für Mountainbikepark

Geht es nach der Initiative „Ruhe für den Kornberg“, soll dessen Gipfelbereich zum FFH-Schutzgebiet werden. Foto: Florian Miedl

In einem Schreiben an den Hofer Landrat Bär monieren die Sprecher die fehlenden Gebiete für Natur- und Artenschutz. Der Große Kornberg solle besser FFH-Schutzgebiet werden.

Schönwald/Rehau - In einem Brief hat sich die Initiative „Ruhe für den Kornberg“ zum Thema „Mountainbikepark am Großen Kornberg“ an den Hofer Landrat Dr. Oliver Bär gewandt. In dem Schreiben heißt es: „Sehr geehrter Herr Landrat und Zweckverbandsvorsitzender Dr. Bär, am 18. Februar ist die Bundesrepublik Deutschland vor dem Europäischen Gerichtshof in Brüssel wegen eines Vertragsverletzungsverfahrens von der EU-Kommission verklagt worden. Zum einen wird die zu geringe Ausweisung von Schutzgebieten nach der FFH-Richtlinie zum anderen deren rechtliche Absicherung beklagt. Die EU und das Bundesumweltministerium haben als Richtmarke eine Ausweisung von 10 Prozent der Fläche als Naturschutzgebiete und von 30 Prozent der Fläche als Gebiete mit naturnaher Bewirtschaftung avisiert.“

Im Landkreis Hof hätten Naturschutzgebiete einen Flächenanteil von 0,47 Prozent, im Landkreis Wunsiedel einen Flächenanteil von 1,30 Prozent. Im Landkreis Hof hätten FFH-Gebiete einen Flächenanteil von 0,61 Prozent, im Landkreis Wunsiedel seien es 3,0 Prozent. Dazu müssten die geteilten FFH-Gebiete sowie das gemeinsame Gebiet Hof/Wunsiedel (470 Hektar) – insgesamt 5752 Hektar – gezählt werden. In Bayern hätten die Naturschutzgebiete einen Flächenanteil von 2,34 Prozent, die FFH-Gebiete 9,15 Hektar; beide Anteilwerte lägen unter dem Bundesdurchschnitt und weit unter den europäischen und deutschen Anforderungen, heißt es in dem Schreiben.

„So muss man feststellen, dass die Landkreise Wunsiedel und Hof, vor allem aber der Landkreis Hof, die Anforderungen für Natur- und Artenschutz weit verfehlt. Hof bildet ein beschämendes Schlusslicht in der Hierarchie Europa – Bundesrepublik Deutschland – Freistaat Bayern.“

Die für den Mountainbikepark am Großen Kornberg gewonnenen Da-ten ergäben, dass eine Ausweisung des Gipfelbereichs als FFH-Gebiet dringend erforderlich sei. Selbst die äußerst mangelhafte Kartierung und Inventarisierung des beauftragten Gutachterbüros Froelich & Sporbeck legten eine Ausweisung als FFH-Schutzgebiet nahe.

„Sehr geehrter Herr Landrat Dr. Bär“, heißt es abschließend, „wir fordern Sie auf, angesichts der prekären Situation in den Bereichen Biodiversität, Flächenverbrauch, Erderwärmung, Insektensterben und Wasserknappheit das Projekt Mountainbikepark am Großen Kornberg zu beenden. Die frei werdenden Steuergelder und die Fördergelder des Freistaats finden sicherlich eine andere, sehr sinnvolle Verwendung zum Wohle von Mensch und Natur in unserer schönen Heimat.“ red

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