Grüne Au Stadt bewirbt sich um Sanierung

Die Stadt unternimmt den nächsten Anlauf, die Sportanlage zu sanieren. 6,1 Millionen Euro könnte das kosten – falls 75 Prozent vom Bund kommen.

Die Au: Schimmel in den Umkleiden. Foto: /Thomas Neumann

„Schwierig war es schon immer – aber jetzt müssen wir gleich zwei Elfmeter hintereinander schießen, und das bei einem verkleinerten Tor.“ Fußball-Metaphern wie die von Oberbürgermeisterin Eva Döhla sind am Montagabend einige zu hören gewesen im Hofer Stadtrat. Weil sich die Beteiligten gegenseitig davon überzeugen mussten, dass es sich weiter lohnt, zu hoffen. Die Grüne Au ist seit Jahren sanierungsbedürftig, und sie kann seit Jahren nicht angegangen werden, weil die Stadt kein Geld hat. Nun hat sich ein Förderprogramm aufgetan, das eine Sanierung in greifbare Reichweite rückt. Doch gibt es zwei große Unbekannte.

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Das Programm: Die erste Unbekannte: Wird Hof überhaupt eine Förderung zuteil? Das neue Programm, bei dem man sich nun bewirbt, hat der Bund im August aufgelegt: 476 Millionen Euro sollen für die Sanierung kommunaler Einrichtungen für Jugend, Sport und Kultur aufgebracht werden. Einstimmig beschloss am Montag der Stadtrat, dass man sich bewirbt. In Aussicht stehen bis zu 75 Prozent Förderung. Die Sanierung setzt die Stadt derzeit mit 6,1 Millionen Euro an, käme Geld aus Berlin, bliebe ein städtischer Eigenanteil von gut 1,5 Millionen Euro. Das ist die zweite große Unbekannte.

Der städtische Geldsäckel: Kann sich Hof den Eigenanteil überhaupt leisten? Darf die Stadt die Summe aufbringen? Um diese Fragen ging es bei einem anderen Tagesordnungspunkt der Sitzung: Die Regierung von Oberfranken hatte moniert, dass Hof noch immer zu viel Geld ausgibt für die Vereine, den Sport und die Kultur. „Freiwillige Leistungen“ heißt das im Behördendeutsch, und aus verschiedenen Richtungen des Stadtrats hagelte es Unverständnis für eine derartige Definition – gesellschaftliches Leben aufrechtzuerhalten, habe doch nichts mit Freiwilligkeit zu tun. Doch werden am Ende die Verantwortlichen der Haushaltsaufsicht bei der Regierung entscheiden, ob Hof überhaupt einen Kredit für einen Eigenanteil aufnehmen dürfte. Was die Stadtverwaltung hier gleich ins Feld führt: „Die Stadt Hof hat sich in ihrem Klimaschutzkonzept verpflichtet, die eigenen Gebäude energetisch zu sanieren. Mittelfristig amortisiert sich der Eigenanteil, langfristig werden sogar Einsparungen erzielt“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Im politischen Hof überwog derweil die Notwendigkeit der Maßnahme aus Sicht der Sportler.

Die Stimmen: „Die Au befindet sich in einem traurigen Zustand. So hoffen wir, dass wir jetzt beim dritten Anlauf in ein Bundesprogramm rutschen, um sie angehen zu können – die Bundestagsabgeordneten sind informiert, uns hier zu unterstützen“, sagte Klaus Wulf, Unternehmensbereichsleiter Schulen, Jugend, Soziales und Sport. „Die Grüne Au ist ein Sorgenkind, wir fiebern seit Jahren einer Sanierung entgegen“, sagte Stefan Schmalfuß (CSU). „Die Sportler haben ein Recht auf angemessene Räumlichkeiten. Wir sprechen hier nicht von Luxus, sondern von angemessenen Räumen, die die Leute verdient haben.“ Florian Strößner (SPD) betonte: „Die Zustände im Gebäude sind gewachsen, weil wir nie Geld hatten, zu investieren. Wenn man die anderen Sportstätten in der Stadt ansieht, weiß man, dass es auch anders gehen kann: Da profitiert der Vereinssport auch von den Schulsportstätten.“ Er verglich das aktuelle Programm mit jenem, das zur Eisteich-Sanierung geführt habe: „Ohne dieses Programm hätten wir jetzt nicht einmal mehr eine Eisfläche.“ Etwas weniger optimistisch zeigte sich Peter Senf (FDP): „Wir wissen, welcher Bedarf ist, wir wissen, wie wichtig die Au für die Stadt und fürs Selbstverständnis der Stadt ist. Allerdings haben wir des Öfteren gehört, dass freiwillige Leistungen zurückzuführen sind, und wir wissen, dass ein hoher Eigenanteil bleibt. Wir hoffen, dass der Eigenanteil zu stemmen ist.“ Reinhard Meringer (parteifrei) bat, zu prüfen, ob auch EU-Fördermittel abgegriffen werden könnten.

Die Sportler: Auch Sportverbandspräsident Dominik Zeh hat sich nach dem Stadtratsbeschluss gegenüber unserer Zeitung zu Wort gemeldet. Der aktuelle Zustand sei beschämend, obwohl sich der Verein alle Mühe gebe, Provisorien zu schaffen. „Die Spielvereinigung hat 700 Mitglieder, davon 260 Kinder und Jugendliche. Für das Stützpunkttraining kommen die Sportler aus einem Umkreis von 40 Kilometern nach Hof. Die Grüne Au strahlt dadurch weit über die Hofer Stadtgrenze hinaus: Wir drücken alle Daumen, dass die Au den Zuschlag bekommt.“