Grünes Licht Wohnmobil-Stellplatz in der Stadtmitte

Schon jetzt wird der große, mit Sand grundierte Multifunktionsplatz als Parkplatz genutzt – auch von Wohnmobil-Reisenden; künftig soll er im südlichen Bereich (Bildvordergrund) auch offiziell für Wohnmobile zur Verfügung stehen. Sein Vorteil: Er liegt mitten in der Stadt in der Nähe des Rathauses (hinten rechts). Foto: /kst

Der Schönwalder Stadtrat beschließt die Ausweisung des Standorts auf dem Multifunktionsplatz, allerdings ohne Infrastruktur. Die Stadt ist zudem Modellkommune bei „Landleben auf Probe“.

Die südliche Hälfte des städtischen Multifunktionsplatzes an der Kornbergstraße neben dem Seniorenheim darf künftig auch offiziell als Wohnmobil-Stellplatz genutzt werden. Das haben die Stadträtinnen und Stadträte in ihrer Sitzung am Donnerstag mehrheitlich beschlossen. Eine Infrastruktur – also Stromanschlüsse und ähnliches – wird allerdings nicht vorgehalten; lediglich ein Schild wird künftig darauf hinweisen, dass das Abstellen von Wohnmobilen hier möglich ist.

Bauantrag nötig

Dazu bedarf es rein verwaltungstechnisch eines Bauantrags auf Erteilung einer Befreiung von dem dort geltenden Bebauungsplan, der auf eine „Verkehrsfläche mit besonderer Zweckbestimmung, Fußgängerbereich, Platz für Marktstände, usw.“ lautet. Dieser Bauantrag kostet die Stadt Schönwald zwischen 500 und 1000 Euro.

Angesichts der Tatsache, dass schon jetzt, vor einer offiziellen Ausweisung immer wieder Wohnmobile auf diesem Platz in der Stadtmitte stünden, hatte SPD-Sprecherin Sonja Schuster gesagt, sie „tendiere dahin, alles so zu lassen“, wie es ist, und keine entsprechende Infrastruktur einzurichten. Ihr Fraktionskollege Stephan Sohns war dagegen für die Ausweisung des Stellplatzes. Die Einrichtung von Infrastruktur, sagte er, halte er aber nicht für nötig: Die Wohnmobile seien heutzutage so gut ausgestattet und meist autark.

Die CSU-Fraktion dagegen befürwortete den Vorschlag der Verwaltung grundsätzlich. „Das tut dem Tourismus gut“, sagte Sprecher Christian Herold. „Der Platz liegt mitten in der Stadt und könnte auf der Homepage der Stadt beworben werden.“ Detailfragen sollten noch geklärt werden, schlug er vor und sagte, dass man, wenn sich die Kosten in Grenzen hielten, auch über Stromanschlüsse für ausgewiesene Stellplätze nachdenken könne. Ursula Tuscher (CSU) plädierte für die Stellmöglichkeit ohne großen Verwaltungsaufwand und damit „als Einstieg“ für die einfachste Lösung. „Dann kann man’s ja wenigstens bewerben.“

Wasserversorgung

Angesichts der nach dem Dürre-Sommer immer wichtiger werdenden Versorgung mit Trinkwasser vergab der Stadtrat zwei Aufträge im Zusammenhang mit dem Tiefbrunnen II der Stadt Schönwald. Den Umbau der Brunnenstube mit der Erneuerung des hydraulischen Ausrüstung und Pumpe übernimmt laut einstimmigem Beschluss die Firma Lippolt GmbH aus Weidenberg. Mit dem Angebotspreis von letztlich rund 46 150 Euro lag die Firma deutlich unter den Angeboten der beiden Mitbewerber. Das Ingenieur- und Planungsbüro Steppan hatte alle eingegangenen Angebote hinsichtlich technischen, funktionellen und wirtschaftliche Aspekten geprüft.

Auch der Auftrag über die Bauleistungen für die Steuerungstechnik (EMSR-Technik) im Tiefbrunnen II wurde vergeben. Hier waren insgesamt fünf Firmen zur Abgabe eines Angebots aufgefordert worden, lediglich ein Angebot lag der Stadt Schönwald jedoch zum Stichtag 31. August vor. Nach Prüfung und Wertung des Angebots durch das Ingenieurbüro Leuschner vergaben die Stadträte den Auftrag an die Firma Richter Steuerungstechnik GmbH aus Kasendorf zum Preis von rund 54 500 Euro. Dazu kam noch der Abschluss eines vierjährigen Wartungsvertrags für eine Pauschale von jährlich 892,50 Euro.

Beide Auftragsvergaben im Zusammenhang mit dem Tiefbrunnen II lagen unter den von der Verwaltung jeweils vorab geschätzten Kosten. Die Stadt Schönwald spart hier also, wie Bürgermeister Klaus Jaschke sagte, gegenüber dem Kostenansatz. Er wies allerdings darauf hin, dass beim Tiefbrunnen II in Abstimmung mit dem Planungsbüro Steppan neben den Vergaben für Hydraulische Ausrüstung und Pumpe sowie EMSR-Technik noch weitere Vergaben notwendig würden. Sie beträfen die bauliche Sanierung der Brunnenstube mit Dämmung und Schachtabdeckungen, den Einbau einer Drainage sowie die Zufahrt und die Außenanlagen, außerdem den Einbau und die Inbetriebnahme der neuen Pumpe durch die Bohrgesellschaft Roßla mbH aus Berga.

Bekanntgaben

Im Verlauf der Sitzung teilte Bürgermeister Klaus Jaschke darüber hinaus mit, dass die Verwaltung dem Bauvorhaben „Neubau eines Carports und Abstellraumes an der Waldsteinstraße“ das gemeindliche Einvernehmen erteilt habe.

Modellkommune

Weiter berichtete er, dass sich die Stadt Schönwald als Modellkommune für das Projekt „Landleben auf Probe“ des Demografie-Kompetenzzentrums Oberfranken beworben habe und zusammen mit dem Markt Nordhalben ausgewählt worden sei. Ziel von „Landleben auf Probe“ sei es, qualifizierte – junge – und ortsunabhängige Menschen aus anderen Regionen Deutschlands anzusprechen und sie einzuladen, für zwei Monate in Oberfranken zu leben und zu arbeiten. Im Fokus stünden dabei der Erfahrungs- und Wissensaustausch, die Vernetzung und nicht zuletzt die aktive Einbindung der „Probewohnerinnen und -wohner“ in das kommunale Leben der jeweiligen Kommune während des Aufenthaltes. Den Interessierten werde dabei kostenfreies Probe-Arbeiten und -Wohnen in Verbindung mit einem Coworking Space angeboten. Jaschke: „Der Stadt Schönwald entstehen dabei keine Kosten für Arbeits- und Wohnung.“

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