Grundstück Friedrich-Ebert-Straße 2 Wettbewerb für neue Pläne

Bei einem Ortstermin haben sich Mitglieder der Arzberger SPD-Stadtratsfraktion und des Ortsvereins über den aktuellen Sachstand nach dem Abriss des Gebäudes Friedrich-Ebert-Straße 2 informiert. Im Bild (von links): Alexander Wagner, Paul Göths, Bürgermeister Stefan Göcking, Heike Landgraf, Thomas Wiederock, Peter Gräf und Manfred Pfeiffer. Foto: /pr.

Mitglieder der SPD-Stadtratsfraktion und des Ortsvereins informieren sich über die aktuelle Situation beim Grundstück Friedrich-Ebert-Straße 2. Die Stadt kann selbst nicht bauen.

Arzberg - „Alle Entscheidungen, die bislang für den Abriss des Hauses und die weitere Nutzung des Grundstücks Friedrich-Ebert-Straße 2 nötig waren, hat der Stadtrat einstimmig getroffen.“ Das stellte Bürgermeister Stefan Göcking zu Beginn eines Ortstermins fest, bei dem sich Mitglieder der SPD-Stadtratsfraktion und des Ortsvereins über den aktuellen Sachstand nach dem Rückbau des Eckgebäudes informierten.

Auch die Mitglieder der CSU-Stadtratsfraktion, die nun laut einer Pressemitteilung in der Hauptversammlung des Ortsverbands angeprangert haben, dass an dieser Stelle immer noch ein Loch sei, seien in alle Beschlüsse eingebunden gewesen und müssten also genau Bescheid wissen über das bisherige Prozedere und die derzeitige Situation. „Wir haben das im Stadtrat mehrfach diskutiert und gemeinsam beschlossen, dass das Gebäude nicht sanierungsfähig war und daher abgerissen werden sollte“, stellte Bürgermeister Göcking fest. Anstelle des Abrisshauses sollte ein neuer Komplex mit hochwertigem Wohnraum entstehen.

Nach sächsischem Baurecht geplant

„Da der Bau von Wohnungen keine Pflichtaufgabe der Stadt ist und daher der Haushaltskonsolidierung unterliegt, haben wir uns dafür entschieden, die Pläne für ein Haus mit sieben Wohnungen über die Firma Bayerngrund zu finanzieren“, erläuterte Göcking. Diese Pläne seien mit Bayerngrund, der Städtebauförderung der Regierung von Oberfranken und mit dem Stadtrat abgesprochen worden. „Leider hat sich im Laufe des Verfahrens herausgestellt, dass die Architekten nicht nach bayerischem, sondern nach sächsischem Baurecht geplant haben“, bedauerte der Bürgermeister. Daher seien die Pläne 2019 aufgrund der einzuhaltenden Abstandsflächen so verändert worden, dass das Haus auf fünf Wohnungen verkleinert wurde. Diese Pläne seien erneut dem Stadtrat vorgelegt worden.

Anschließend habe sich bereits bei der Ausschreibung der ersten Gewerke der verkleinerten Version herausgestellt, dass selbst dann noch der finanzielle Rahmen um 212000 Euro überschritten worden sei. „Daraufhin hat der Stadtrat im September 2020 einstimmig entschieden: Wir machen das nicht, das ist zu teuer. Dass bislang nicht gebaut wurde, hat also nichts damit zu tun, dass das Haus verkleinert worden ist, sondern ist der enormen Steigerung der Baupreise und der hohen Auslastung der Baufirmen geschuldet. Und das weiß auch der Stadtrat“, betonte der Bürgermeister.

Hoffnung auf neuen Wohnraum durch privaten Investor

Zudem setze man die Hoffnung jetzt darauf, dass auf dem früheren Rewe-Areal neuer Wohnraum durch einen privaten Investor gebaut werde. Mittlerweile habe der Stadtrat beschlossen, einen Architektenwettbewerb auszuschreiben, der eine Zwischennutzung für die Fläche an der Friedrich-Ebert-Straße zum Ziel hat. Dies werde mit 108000 Euro gefördert. 12000 müsse die Stadt selbst aufbringen. „Anschließend können wir neu planen“, stellte Göcking fest.

Zuversichtlich ist der Bürgermeister, dass nächstes Jahr mit dem Bau des Wohnmobilstellplatzes auf der gegenüberliegenden Straßenseite begonnen werden könne. Allerdings müssten hier nach neuesten Erkenntnissen die nahe Brücke über den Flitterbach und veränderte Hochwasserrichtlinien berücksichtigt werden.

Ferner wies Stefan Göcking darauf hin, dass die Stadt jetzt grundsätzlich das Augenmerk auch auf viele weitere Prioritäten setzen sollte. „Unter anderem müssen wir den Altbestand der städtischen Immobilien in Augenschein nehmen und dann entscheiden, was wir damit machen“, kündigte er an. Er hoffe, so der Bürgermeister, dass die neue Bundesregierung den Kommunen beim Wohnungsbau finanziell stark unter die Arme greife. Denn nur dann könnten die Städte und Gemeinden selbst bauen.

„Dass das hier nicht schön ist, wissen wir auch“, sagte Peter Gräf mit Blick auf die Baugrube. Wie der Bürgermeister ist der Fraktionsvorsitzende der Meinung, dass die aktuell sehr hohen Baupreise den Bau von Wohnungen nicht hergäben. „Nach dem Wettbewerb können wir weiterplanen“, sagte Gräf. Infrage kämen verschiedene Versionen von Freiflächennutzungen. red

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