Handball-Bezirksoberliga Lockerer Start mit Luft nach oben

Die HSV Hochfranken wird beim 34:19-Sieg in der Handball-Bezirksoberliga von der HSG Fichtelgebirge II nicht gefordert. Lucas Sturm setzt Akzente. Andere sollten sich steigern.

Selb/Rehau - Die klassischen Rückraumwerfer gibt es seit Jahren nicht in den Reihen der Handballer der HSV Hochfranken. Also muss in anderer Weise Gefahr erzeugt werden: mit geschickten Bewegungen und Durchsetzungsvermögen am Kreis. Von solchen Typen hat die Spielgemeinschaft aus Rehau und Selb neuerdings nicht nur einen in Person von Julius Meinel. Beim Saisonstart in der Bezirksoberliga rückte ein weiterer solcher Spielertyp in den Blickpunkt: Der vor knapp zwei Jahren aus Marktleuthen gekommene Nachwuchsmann Lucas Sturm demonstrierte mit sieben Feldtoren von Halbrechts beim ungefährdeten 34:19-Sieg gegen die HSG Fichtelgebirge II Fähigkeiten, die ihm das etwas wenig charmante Prädikat verleihen, sich am Kreis in trickreicher Manier „durchzuwursteln“.

Gegen die, wie versprochen, ohne Verstärkung aus der ersten Mannschaft angetretene Landesliga-Reserve aus Marktredwitz und Wunsiedel setzte er schon mit dem ersten Führungstor zum 2:1 den ersten Akzent und zwang Gästetrainer Patric John mit Tor Nummer zwei zum 6:2 nach zehn Minuten zur ersten Auszeit. Diese verhalf den Gästen anfangs zu etwas mehr Stabilität. Bis zum 5:9 hielten sie den Abstand. Neben Krauß und Dirr, der nach gut 20 Minuten und einer unglücklichen Aktion verletzt ausscheiden musste, war es erneut Sturm, der die Führung dann mit zwei weiteren Treffern zum 15:5 ausbaute. „Wir haben nach hinten gut gearbeitet“, zeigte sich Trainer Jan Becker nicht zuletzt zufrieden, dass die HSG bis zur Pause nur sieben Mal ins Schwarze traf. Zufrieden war er neben Sturm auch mit der Stärke von Rechtsaußen, die Routinier Dominik Krauß mit sechs Treffern dokumentierte. Auf der linken Seite sieht der Coach noch Luft nach oben: „Hier haben wir fünf, sechs aussichtsreiche Dinger verblasen.“

So weit dieses faire kleine Derby ein Maßstab für höhere Ansprüche sein konnte, sieht der Coach sein Team auf Kurs, und der heißt bekanntlich unmissverständlich Titel und Aufstieg. „Neue Sachen funktionieren. Es war ein schönes, rundes erstes Saisonspiel. Wir sind schön reingekommen.“ Und so könnte es weitergehen, wenn die HSV am Sonntag beim TV Weidhausen antritt, der auch nicht unbedingt zu den Spitzenkräften der Bezirksoberliga gezählt werden dürfte. „Aber später kommen dann sicher ganz andere Prüfsteine“, weiß Becker. So hat die HG Kunstadt mit einem hohen Erfolg gegen Gefrees gezeigt, dass sie wohl einer der stärksten Gegner sein dürfte. Am 13. November gastiert sie dann in der Dreifachsporthalle in Rehau – und sollte dann mindestens so viele Zuschauer anlocken wie das Duell mit der „kleinen“ HSG. Fast 200 Besucher haben gezeigt, dass der Hunger nach Handball groß ist. Nun ist es an der HSV, diesen mit konstant guten Leistungen zu stillen.

HSV Hochfranken: Michanek, ab 40. Min. Friedel – Sturm (7), Kempf, Dirr (3), Scherdel (2), Krauß (6), Dietel (3). Meinel (4), Schörner (2), Wolf, Schaller, Herkt (7/6).

HSG Fichtelgebirge II: Bayer (John) – Koristka (3), Nürnberger (3), Zollitsch (1), Geuß, Schlitter, Zißler (6), Schädlich (3), Kassing, Purucker (2), Urban, Klaue, Keltsch (1).

Schiedsrichter: Cudd/Raß (Bayreuth). – Zuschauer: 200. – Zeitstrafen: 3/3.– Siebenmeter: 6/6. – Spielverlauf: 0:1, 4:1, 6:2, 15:5, 18:7 (Halbzeit), 26:13, 32:15, 34:19.

 

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