Gegen Spanien traf der routinierte Trainer, um dessen Zukunft bei einem Ausscheiden mit Sicherheit eine Diskussion entbrannt wäre, instinktiv die richtigen Entscheidungen. Das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torwart klappte ebenso vorzüglich wie das temporeiche und variable Angriffsspiel. "Unter diesen Umständen diese Leistung abzurufen, bringt eine Mannschaft weiter und viel Selbstvertrauen", befand Gislason zufrieden.
"Nur noch Endspiele"
Über die vielen Negativschlagzeilen vor der Partie konnte der Bundestrainer kurz nach dem Abpfiff schon wieder schmunzeln. "Ich habe versucht, den Druck von der Mannschaft zu nehmen. Ihr habt mir alle dabei geholfen. Ich danke euch dafür", sagte Gislason mit einem süffisanten Augenzwinkern zu den Medienvertretern - als hätte es die nervenaufreibenden 48 Stunden zuvor nie gegeben.
Auch die öffentliche Kritik von Knorr nach dem Serbien-Spiel hinterließ bei Gislason keine Spuren oder gar Ärger. "Wir haben danach geredet. Ich rechne ihm hoch an, dass er nichts persönlich nimmt. Er hat kein großes Ego, sondern stellt den Erfolg über alles", sagte Knorr.
Um den eingeschlagenen Weg weiterzugehen, brauche es in der Mannschaft "Leben, auch Frust und Freude, einfach viele Emotionen und Energie", appellierte der Spielmacher. Denn nicht nur der Bundestrainer weiß: "Jetzt kommen nur noch Endspiele."