Handball Landesliga Daniel Wiedels große Schau

Wolfgang Neidhardt
Daniel Wiedel traf zwölf Mal. Foto: /Michael Ott

Zum 34:27-Sieg des Handball-Landesligisten HSV Hochfranken in Bayreuth steuert der Linksaußen gleich zwölf Tore bei. Mit einer geschlossenen Moral dreht die Mannschaft einen hohen Rückstand.

Er war ein Guter und er ist ein Guter. Doch selten halt er solche Akzente gesetzt, wie am Samstag im Spiel der Handball-Landesliga in Bayreuth: Daniel Wiedel, der sich in den vergangenen Jahren ein Stück vom Spielfeld auf die Trainerbank zurückgezogen hatte, greift in dieser Saison beim Aufsteiger HSV Hochfranken wieder voll an. Gleich zwölf Mal traf er beim 34:27-Sieg der Spielgemeinschaft von TV Rehau, TV Schönwald und TS Selb ins Schwarze – und das mit einer bemerkenswerten Vielfalt von Würfen bis hin zu einem raffinierten Dreher.

War Wiedel einer der Faktoren zum zweiten Sieg im zweiten Saisonspiel für den Aufsteiger, so lautete der zweite Moral und Geschlossenheit, wie schon bei der Auftaktpartie gegen Sulzbach-Rosenberg. Die bewies die Mannschaft vor allem in zwei wichtigen Situationen: Nach ausgeglichenem Start zog die Drittliga-Reserve der HaSpo bis auf fünf Tore davon. „Da haben wir dann gemerkt, dass es nur gemeinsam und nicht mit Einzelleistungen funktioniert, haben nicht mehr so viele Chancen zugelassen und uns auf das Wesentlich konzentriert“, sagt Trainer Jan Becker. Die Gäste blieben zumindest dran – und verkürzten den Rückstand bis kurz vor der Pause auf einen Treffer.

Bockstarke Leistung

Nach Wiederanpfiff brauchten sie etwa fünf Minuten – und nutzten dann die zweite und spielentscheidende Situation aus: Bayreuth leistete sich bei 17:15-Führung innerhalb von elf Sekunden zwei krasse Abspielfehler. Der wiederum sehr agile Julius Meinel glich nicht nur aus, sondern brachte die HSV erstmals nach der 13. Minute wieder mit 17:18 in Führung. Bayreuth blieb noch einmal dran bis zum 21:21 – dann mündete aber eine zunehmende Verunsicherung der Mannschaft und vielleicht auch der Verlust an Kraft in einen Gästesieg, der am Ende ein wenig zu deutlich ausfiel.

„In der zweiten Hälfte der zweiten Halbzeit waren wir richtig wach“, freute sich der HSV-Coach über eine „bockstarke“ Leistung. „Die Abwehr war konzentriert, die Hände oben.“ Mit dem Zusammenhalt steckte die Mannschaft auch das verletzungsbedingte Fehlen von Philipp Mocker weg. Neben den Etablierten wie Jonas Dirr überzeugten auch die Nachwuchskräfte Alexander Wolf und Markus Schörner mit vier und drei Treffern. Und ein Torhüterproblem scheint die HSV derzeit auch keines zu besitzen. Tacittin Gündüz parierte in den ersten 15 Minuten vier Würfe – und der dann eingewechselte Andreas Friedel stand ihm in nichts nach mit zwei gehaltenen Siebenmetern und weiteren sechs ordentlichen gehaltenen Bällen.

Und so steht die Mannschaft völlig unerwartet nach zwei Spieltagen mit 4:0 Punkten mit an der Tabellenspitze – und darf sicher auch selbstbewusst in das nächste Heimspiel am kommenden Samstag gegen den ASV Cham gehen, der zumindest keine Übermacht darstellen sollte. Er trifft in Rehau zumindest auf eine Mannschaft, in der jeder für jeden kämpft – und die die Zahl ihrer Fehler im Vergleich zum Auftaktspiel schon einmal deutlich reduziert hat.

HSV Hochfranken: Gündüz, ab 15. Friedel, ab 55. Michanek – Scherdel (1), Krauß, Wiedel (12/5), Meinel (6), Schejbal, Bartos (2), Sturm (1), Dirr (5), Schörner (3), Wolf (4), Herkt.

Schiedsrichter: Grüner/Ludwig (Cham) leiteten gut. – Zuschauer: 50. – Siebenmeter: HaSpo 3/2, HSV 5/5. – Zeitstrafen: HaSpo 6, HSV 5. – Rote Karte: Krohn (HaSpo, 58., 3 x 2). – Spielfilm: 0:2, 4:5, 6:5, 6:7, 12:7, 13:8, 13:11, 14:12 (Halbzeit), 17:13, 17:18, 21:21, 21:25, 26:29, 27:34.

 

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