Handball Landesliga Münchberg/Helmbrechts bleibt Erster

Bollwerk und zweifacher Torschütze – ­SG-Torsteher Lukas Hurt. Foto: /Katharina Hübner

Aufsteiger TV Marktsteft kann der SG nur in der ersten Halbzeit Paroli bieten. Dann machen die Gäste ernst.

Als Tabellenführer gefahren und als Tabellenführer zurückgekommen. Die SG Helmbrechts/Münchberg gewinnt beim Landesliga-Aufsteiger TV Marktsteft souverän mit 30:21 und verteidigt den Platz an der Sonne.

Beim Neuling anzutreten ist nicht so einfach. Vor allem dann nicht, wenn der Gegner sein Auftaktspiel eine Woche vorher in eigener Halle verloren hat und so gleich unter Zugzwang stand. Doch gleich nach Anpfiff lief die Geschichte aus Stefter Seite in die andere Richtung, weil die Gäste hoch konzentriert begannen. Tor Johannes Reif, gehaltener Strafwurf Lukas Hurt und Tor Jakob Pritschet, der diesmal wieder dabei war und seine Gefährlichkeit mehrmals unter Beweis stellte. Das gab der SG gleich Sicherheit. Die Seiferth-Truppe spielte schnörkellos und konzentriert in den Abläufen.

Die daraus resultierende Dominanz spiegelte sich zwischenzeitlich in einer 4-Tore-Führung. Doch die Gastgeber, die als souveräner unterfränkischer Bezirksoberligameister den Aufstieg geschafft hatten, minimierten ihre Fehlerquote und konnten beim 10:10 und 12:12 zweimal den Gleichstand erzielten. Mit Luca Matern, Yan Faltermeier, Christoph Wendel und Tim Etzelmüller befindet sich in den Reihen des TV Marktsteft ein Quartett das nicht nur Landesliganiveau besitzt, sondern jederzeit in der Lage ist einer Partie den eigenen Stempel aufzudrücken. Das gelang dem TVM phasenweise auch diesmal. Doch es fehlt im Stefter Kader der eine oder andere Akteur, der an diese Leistungsstärke herankommt, um damit das Spiel der Unterfranken noch besser über die Breite auszurichten. Den Schützlingen von SG-Trainer Christian Seiferth konnte es recht sein, dass ihre Spielausrichtung den Hausherren nicht den Raum ermöglichte, um auch ergebnistechnisch die erste Halbzeit erfolgreicher als mit einem 2-Tore-Rückstand zu beenden.

Trotzdem hatte der erste Abschnitt gezeigt, dass durchaus noch Ansätze vorhanden waren, um die Szenerie aus eigener Sicht noch besser in den Griff zu bekommen. Doch Seiferth hatte offensichtlich in der Pause die richtigen Worte gefunden, drehte an einigen Stellschrauben, vor allem im Deckungsverbund, was sich in der Folge als entscheidende Maßnahmen herausstellte. Die Frankenwäldler brachten die Vorgaben ab Wiederbeginn überzeugend auf die Platte.

Mit Anpfiff zur zweiten Halbzeit stand aus Sicht der Heimmannschaft der Slogan: „Von nun an ging´s bergab!“. Im zweiten Abschnitt präsentierten sich die Gäste von Minute zu Minute immer mehr wie beim Saisonauftakt in der Vorwoche in eigener Halle gegen den ASV 1863 Cham. Auch dort führte die Spielgemeinschaft aus Helmbrechts und Münchberg beim Seitenwechsel mit 11:10 und legten dann einen Zwischenspurt bis zum 18:11 hin.

Das sollte diesmal noch ein Stück schlimmer für den Gegner werden. Die Ruhe und Gelassenheit der Routiniers, gepaart mit jugendlicher Frische, Elan und Durchschlagskraft der jungen SGler stand für 21 Minuten, in denen sich auf dem Parkett Welten trennten. Die Gäste, mit einem an diesem Tag überragenden Julian Merz, der richtungsweisend für seine Generation steht, legten den Hebel um und spielten die Unterfranken fortan in Grund und Boden.

Dass dies nicht einfach ein Spruch aus der Schublade der oft verwendeten Zitate ist, beweist allein die Tatsache der Torfolge zwischen Minute 31 und 52. Mit einem 13:2-Lauf brachte die SG alles auf die Platte, was zu nahezu perfektem Handballspiel gehört. Die Abwehr stand wie Granit. Torhüter Lukas Hurt schaffte es in dieser Zeit nicht nur seinen Kasten viele Male zu vernageln. Nein, er nutzte die Gelegenheit, sich selber zweifach in die Torschützenliste mit Weitwürfen einzutragen, als die Gastgeber einen weiteren Feldspieler für ihren Keeper auf´s Feld nahmen.

Da gab es in der gut besuchten Halle nicht nur von den mitgereisten SG-Fans, sondern auch vom fairen und fachkundigen Heimpublikum Anerkennung für die klare Dominanz der Gäste in dieser Spielphase. Als Marktsteft in der 54. Minute beim 17:27 erst der dritte Treffer in Halbzeit zwei gelang, war die Frage nach dem Sieger längst beantwortet.

Somit war nur zu verständlich, dass die Gäste in der Schlussphase die Tourenzahl ein klein wenig nach unten drehten. Die Kontrolle über das Geschehen verlor die SG aber auch da nicht. Nach dem Abpfiff der gut leiteten Unparteiischen aus Mittelfranken war der Jubel bei den Seiferth-Schützlingen riesig, denn dank des Sieges steht die SG auch nach dem zweiten Spieltag an der Tabellenspitze. Zudem konnte man mit diesem souveränen Auftritt seit langer Zeit auch den ersten Auswärtsauftritt mit einem doppelten Punktgewinn beenden. Das weckt natürlich Hoffnung auf mehr. Gelegenheit dazu besteht jetzt gleich zweimal in heimischen Hallen gegen starke Gegner wie Erlangen III und den HBC Nürnberg.

SG Trainer Christian Seiferth unmittelbar nach dem Abpfiff: „Mit den beiden ersten Saisonspielen können wir in weiten Teilen zufrieden sein. Jetzt gilt es kontinuierlich weiterzuarbeiten und die Bodenhaftung nicht zu verlieren.“

SG Helmbrechts/Münchberg: Behrens, Hurt (2 Tore) – Kalas (2), Panzer (4), Aust (4/4), Kritzenthaler, Reif (5), Mayer (1), Merz (6), Jan Lad, Troßmann (1), Roßner (2), Pritschet (3).

Schiedsrichter: Frisch/Tauchert (Stadeln) – Zuschauer: 250 – Zeitstrafen: 3; 1 – Siebenmeter: 5/3; 7/4.

Spielfilm: 0:2, 1:4, 3:6, 5:9, 7:10, 10:10, 12:14, 14:16 (HZ); 15:18, 15:24, 16:27, 18:28, 21:28, 21:30.

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