Handball-Landesliga Schon im Bus wird gejubelt

Karl-Heinz Rucker

Die Landesliga-Handballerinnen der SG Helmbrechts/Münchberg lösen ihre Aufgabe in Estenfeld souverän. Vielleicht hat auch eine Info auf dem Weg in die Halle zusätzlich motiviert.

Die Frauen der SG Helmbrechts/Münchberg sind nun Favorit auf die Landesliga-Meisterschaft. Foto: Verein

Die Hammernachricht erreichte die SG Helmbrechts/Münchberg noch vor der Abfahrt zum Spiel in der Handball-Landesliga der Frauen in Estenfeld: Tabellenführer Marktsteft verliert die Spitzenposition wegen Nichtantretens aufgrund von Spielermangels in Pfaffenhofen. „Wir haben schon schlechtere Informationen vor einer Auswärtsfahrt erhalten“, sagte SG-Trainer Christopher Seel mit einem Augenzwinkern. Damit fällt ein Titelkonkurrent mit jetzt bereits elf Minuspunkten auf Rang drei zurück. Wenn die SG alle fünf restlichen Spiele gewinnt, wäre das Team auch Meister – ohne Fremdhilfe.

Nach der Werbung weiterlesen

Mit diesem Wissen im Rücken ging es am Samstag motiviert in die Partie. Doch schon nach wenigen Minuten der erste Dämpfer: Anne Schaber verletzte sich so schwer am Knie, dass sie für die komplette Spielzeit ausfällt. Ein Schockmoment. Die Mannschaft versuchte sich trotzdem auf ihre Aufgabe zu konzentrieren, was in der Folge auch überzeugend gelang. Denn die Gastgeberinnen waren nur beim 2:3 auf Tuchfühlung. Das Geschehen diktierten klar die Gäste, die mit schnellem Angriffsspiel der Partie ihren Stempel aufdrückten. Waren es beim 5:2 drei, dann im weiteren Verlauf vier odere fünf Tore Differenz, die die Seel-Truppe ständig dazwischenschob.

Dabei waren die Gastgeberinnen selbst nicht untätig und spieltenre ihre eigenen Stärken aus. Allerdings fand die SG an diesem Tag fast immer die passende Antwort, während sich die Heimmannschaft in langen Angriffen aufrieb. So waren die Chancen für eine höhere Halbzeitführung vorhanden.

Nach der Halbzeit plätscherte die Partie lange Zeit vor sich hin, ohne dass die SG dabei das Heft aus der Hand gab. Mit Blick auf das schwere Nachholspiel am Dienstag in Schwabach mussten erstens Kräfte geschont und zweitens das Tempo aus Hälfte eins etwas zurückgeschraubt werden. Dies gab den Würzburgern die Gelegenheit, sich ins Spiel hineinzuarbeiten (18:21). Doch bevor es nochmals richtig eng werden konnte, zogen die Gäste das Tempo an. Der Ertrag eines 5:0-Laufs war in der 53. Minute ein 26:18-Vorsprung. Die Minuten bis zum Auswärtssieg spielten die Gäste locker runter. Hedda Hofmeister knackte mit ihrem Tor sogar noch die 30-Tore-Marke.

Die Basis für den Erfolg liegt bei der SG in der Defensive. Dort lassen die Frankenwäldlerinnen wenig bis gar nichts zu. Neben Top-Torschützin Carina Hempfling setzen vor allem Roßner und Hüller entweder selbst die Akzente oder brachten ihre Mitspielerinnen in aussichtsreiche Wurfpositionen. Gleich fünf Werferinnen brachten es auf drei Treffer bei insgesamt zehn Torschützinnen.

„Besonders freut mich, dass man heute bei der jungen Truppe über eine sehr routinierte Leistung sprechen kann“, sagte Coach Seel. „Der Sieg war verdient, auch wenn wir mit der Verletzung von Anne Schaber vermutlich einen zu hohen Preis dafür gezahlt haben. Hut ab, wie sich aktuell die Mannschaft durchkämpft trotz Angeschlagenheit. Man spürt, alle haben ein großes Ziel vor Augen. Hoffentlich reicht die Kraft auch für die nächste Hürde am Dienstag.“

SG Helmbrechts/Münchberg: Brugger, Hahn – Hüller (3), Hempfling (7/2), Sujak (1), Bär (3/1), Popp (1), Knoll (3), Jakob (3), Roßner (5), Hofmeister (3), Schaber, Neeser (1).

Schiedsrichter: Förster (Rödelsee); Ludwig (Michelfeld) leiteten ausgezeichnet. – Zuschauer: 120. – Zeitstrafen: 5; 1. – Siebenmeter: 1/1; 6/4. – Spielfilm: 0:2, 2:5, 5:10, 12:17 (Pause); 14:19, 15:20, 18:21, 18:26, 19:29, 20:30.