Haus evakuiert Erdrutsch in Dürrenwaid

Sandra Hüttner

Schreck am Sonntagsmorgen für Familie Müller im Geroldsgrüner Ortsteil Dürrenwaid. Auf einer Länge von 14 Metern und einer Höhe von fünf Meter ist die Gartenmauer samt dahinterliegenden Gartenbereich in den vorbeifließenden Bach Ölsnitz gestürzt.

Um 5 Uhr stand die Mauer noch, um 7 Uhr nicht mehr. Um 9 Uhr war Bürgermeister Stefan Münch vor Ort und leitete einen größeren Einsatz in die Wege: 38 THW-Einsatzkräfte von den Ortsverbänden Naila, Kulmbach, Bamberg, Weiden, Hof und Schweinfurt mit dem Einsatzstellen-Sicherungssystem (ESS) sowie die Geroldsgrüner Stützpunktwehr und die Bad Stebener Drehleiter nebst BRK, Polizei und weitere Fachkräfte rückten an, um eine Behelfsmauer aus mit Split gefüllten Big Bags und Wasserbausteinen zu errichten. „Es handelt sich hier nur um ein Provisorium zur Gefahrenabwehr des oberhalb stehenden Wohnhauses“, unterstreicht der Baufachberater vom THW-Ortsverband Schweinfurt Frank Fleischhauer, der die Technik des ESS wie seine Westentasche kennt. „Mit neun angebrachten Messpunkten werden die eventuell einsturzgefährdeten Gebäude überwacht und ermöglichen ein frühzeitiges Erkennen von kleinsten Veränderungen durch Messungen der Bewegungen“, erklärt der Fachmann und ergänzt, dass diese häufig so minimal seien, dass das bloße Auge sie gar nicht wahrnehmen könne.

Von den ESS gibt es zwei in ganz Bayern, das aus Schweinfurt wurde angefordert. Eine Logistikkette wurde aufgebaut, die sowohl Splitt wie auch Wasserbausteine zur Einsatzstelle bringt, entsprechende Fahrzeuge sorgen für den Weitertransport und den Einbau. Familie Müller hat die Kinder und auch Haustiere bei Freunden untergebracht. „Ob wir heute Nacht in unserem Haus schlafen werden, kann ich jetzt noch nicht sagen, vielleicht nehmen wir das Angebot der Nachbarn an und übernachten dort in der Ferienwohnung.“ Die Nerven liegen jedenfalls blank.

Der Kommandant der Geroldsgrüner Wehr, Matthias Denk, geht von einem frühesten Einsatzende um 0 Uhr aus. „Wir lösen Einsatzkräfte aus, um später nochmal wechseln zu können“, erklärt THW-Zugführer Sven Deubler. Auch die Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofs Geroldsgrün sind im Einsatz, Bürgermeister Stefan Münch ist seit Sonntagfrüh vor Ort. Erst vor zwei Wochen hatte er sich die neigende Mauer angeschaut, erste Gespräche mit Architekten und dem Wasserwirtschaftsamt geführt. „Wir haben Urlaubs- und Ferienzeit“, gibt er zu bedenken. Weitere Informationen folgen.

 

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