Lichtenberg - Die Steinmetze stießen an ihre Grenzen mit den schweren Granitspitzen, die es unbedingt sein mussten, damit sich der Klang prachtvoll im Raum ausbreitet. Nun bekommt der Träger, der Bezirk Oberfranken, die Quittung für die voluminöse Planung des neuen Konzertsaales im Haus Marteau in Lichtenberg, der Musikbegegnungsstätte, die vor allem wenigen gut musizierenden Nachwuchskünstlern zur Verfügung steht und mit nicht einmal 100 Plätzen überschaubaren Platz bietet für die Bevölkerung. Der Bund der Steuerzahler (BdSt) in Bayern stufte das Projekt am Dienstag bei einer Pressekonferenz als Steuerverschwendung ein. „Letztlich sind wieder einmal die Steuerzahler die Leidtragenden dieser Kostensteigerung“, sagte BdSt-Vizepräsidentin Maria Ritch. Wegen seiner überregionalen kulturellen Bedeutung begrüßte der BdSt die Erweiterung der Musikbegegnungsstätte in Lichtenberg mit neuen Übungsräumen und einem neuen Konzertsaal im Grundsatz. Allerdings seien dem Bezirk Oberfranken als Träger der Einrichtung bei der Umsetzung die Kosten davongelaufen. Statt der ursprünglich veranschlagten 3,3 waren am Ende 5,1 Millionen Euro fällig, offenbar wegen unzureichender Vorplanungen. So habe der felsige Untergrund zu „erheblichen Schwierigkeiten“ geführt, auch die umfangreichen Maßnahmen zur Barrierefreiheit hätten kostentreibend gewirkt. Dadurch habe sich die Bauzeit um zwei Jahre verlängert, was weitere Mehrkosten ausgelöst habe. Ritch stellte gemeinsam mit BdSt-Präsident Rolf Baron von Hohenhau die zehn größten Verschwendungen im Freistaat vor. Sie hoffe nun, nachdem der Bau fast doppelt so teuer wurde wie kalkuliert, dass „die Akzeptanz in der Bevölkerung steigt“. Die Frankenpost hatte bereits im April über die enorme Kostensteigerung berichtet.