Heimbetreiber kritisiert Landkreis Wunsiedel Heimbetreiber kritisiert Besuchsverbot scharf

Vor Schichtbeginn muss sich jeder Mitarbeiter in den Benevit-Heimen einem Schnelltest unterziehen. Foto: /Marijan Murat

In den Einrichtungen der Benevit-Gruppe in Schönwald und Kirchenlamitz gibt es strikte Corona-Kontrollen. Zudem sind alle Bewohner undBeschäftigten geimpft.

Kirchenlamitz/Schönwald - Das Landratsamt Wunsiedel hat für alle Pflegeeinrichtungen im Landkreis aufgrund der hohen Infektionszahlen ein generelles Besuchsverbot verhängt. Hiervon sind auch die Benevit-Einrichtungen Haus Epprechtstein in Kirchenlamitz und Haus Perlenbach in Schönwald betroffen. Die Unternehmensleitung sieht laut einer Pressemitteilung das Verbot sehr kritisch. „Zum einen ist bekannt, dass dies eine psychische Belastung für die Bewohner bedeutet, und zum anderen besteht weiterhin die Möglichkeit, dass Angehörige die Bewohner zu einem Besuch mit nach Hause nehmen. Und hier ist die Gefahr einer Infektion wesentlich höher. Besuche in unseren Einrichtungen können wir kontrollieren. Wir statten die Besucher mit allen nötigen Schutzmaßnahmen aus, testen mit einem Antigenschnelltest und achten auf genügend Abstand. Das ist im privaten Bereich kaum gegeben“, gibt Benevit- Geschäftsführer Kaspar Pfister zu bedenken.

Es sei keinesfalls nachvollziehbar, warum nicht für jede Einrichtung individuell entschieden werde. Benevit-Geschäftsführer Kaspar Pfister verweist hierbei auf das Rechtsgutachten vom November 2020 „Zur verfassungsrechtlichen Beurteilung von Besuchs- und Ausgangsbeschränkungen in Alten- und Pflegeheimen aus Anlass der Covid-19-Pandemie“. Danach sind generelle Besuchsverbote unverhältnismäßig und verfassungsrechtlich unzulässig. Weder im Haus Epprechtstein noch im Haus Perlenbach liegen laut Pfister derzeit aktive Corona-Infektionen vor. Lediglich im Haus Epprechtstein gebe es einen positiv getesteten Mitarbeiter. „Diese Person hat sich privat angesteckt, befindet sich selbstverständlich in Quarantäne und hatte keinen Kontakt zu anderen Mitarbeitern oder Bewohnern.“ Gerade für das Haus Epprechtstein in Kirchenlamitz sei das Besuchsverbot besonders unverständlich, da nicht nur hohe Schutzmaßnahmen umgesetzt würden und kein Bewohner infiziert sei, sondern auch bereits am 28. und 29. Dezember Bewohner und Mitarbeiter geimpft worden seien. „Welchen Sinn ergeben Impfungen, wenn danach ohne Grund Besuchsverbote verhängt werden?“

Die Schutzmaßnahmen in allen 26 stationären Benevit-Häusern sind laut Mitteilung sehr hoch. Täglich werden demnach alle Mitarbeiter vor Schichtbeginn, alle Besucher und die Bewohner in Stichproben mit dem Antigenschnelltest getestet. Jeder Bewohner werde mindestens einmal pro Woche getestet. Inzwischen seien bereits über 40 000 PoC-Antigenschnelltest durchgeführt. Dadurch konnten 150 positive Ergebnisse ermittelt werden. Bis auf wenige Ausnahmen waren alle 150 positiv getesteten Personen ohne Symptome. Eine Virusverbreitung konnte so rechtzeitig verhindert werden.

„Wir wissen, wie wichtig Besuche von Angehörigen für die Bewohner gerade jetzt sind, und ich sehe es sehr kritisch, wenn Behörden jetzt beginnen, ganze Landkreise mit einem Besuchsverbot für Pflegeheimbewohner zu überziehen, ohne auf die jeweilige Situation der Einrichtung einzugehen. Damit wird ein gutes und sicheres System der Besuche im Heim verhindert und eine höchst unsichere Kontaktaufnahme außer Haus provoziert!“, so der alleinige geschäftsführende Gesellschafter der Benevit-Gruppe.                                           red

 
 

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