Helmbrechts Schüler lernen die Welt der Pflege kennen

Werner Bußler
Mit einem Theaterprojekt brachten Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Helmbrechts in zwei Vorstellungen ihren Kameradinnen und Kameraden aus der Schule sowie den Mädchen und Jungen aus allen neunten Klassen der Staatlichen Realschule Helmbrechts die Attraktivität von Pflegeberufen nahe. Das Bild zeigt eine der Spielszenen. Foto: Werner Bußler

Theaterszenen, die reale Situationen wiedergeben, und Berufspraktiker, die über ihre Arbeit informieren: Diese Art der Berufsberatung gab es jetzt an der Mittelschule Helmbrechts.

Eine Berufsberatung der ganz besonderen Art hat in der Mittelschule Helmbrechts stattgefunden: Schüler der siebten bis neunten Jahrgangsstufe hatten zusammen mit Tabea Hildner von der Agentur „Kunstdünger Nürnberg“ Theaterszenen einstudiert, um den Zuschauern – Neuntklässler der örtliche Realschule und Jugendliche aus dem eigenen Haus – den abwechslungsreichen Pflegeberuf nahezubringen. Dabei waren die in der Aula der Schule gespielten Situationen keineswegs fiktiv: Sie stammten aus dem realen Alltag von vier Personen, die zudem den Schülern Rede und Antwort standen. Aufgebaut war das Stück in Form einer Talkshow, in der Krankenpfleger Ali, die Pflegelehrkraft Christina, Altenpflegerin Katharina und Pflegefachhelferin Christina von ihrer abwechslungsreichen täglichen Arbeit berichteten; tatsächliche Erlebnisse wurden von den jungen Schauspielerinnen und Schauspielern in Bühnenstücken nachempfunden. Die vier Pflegekräfte machten damit Werbung für ihr Metier, vor allem für die generalistische Ausbildung, in der Kinderkrankenpflege, Krankenpflege und Altenpflege zusammengefasst sind und die unter anderem in der Pflegeschule in Stadtsteinach absolviert werden kann. Schüler aus dieser Bildungsstätte waren ebenfallsanwesend; auch die dritte Bürgermeisterin Kitty Weiß verfolgte die Szenen, die mit viel Humor gestaltet waren, interessiert. Da ging es um eine Patientin, die sich zunächst keineswegs von einem Mann anfassen lassen will, einen werdenden Vater, der weitaus aufgeregter ist als seine gebärende Frau, ein ältere Dame, die aufgrund der im Internet bestellten billigen Tabletten Halluzinationen bekommt, einen Verletzten, der plötzlich in Ohnmacht fällt, einen defekten Lift, der verhindert, dass eine zu pflegende Person schnell aus der Badewanne kommt, zu wickelnde Kleinkinder in der Kita. Auch der Umgang mit Menschen, die an Altersdemenz leiden, wurde thematisiert.

Die gespielten, aber realen Szenen machten deutlich, dass Pflegekräfte verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen und Alleskönner sind; dass in diesem Beruf vielfältige Tätigkeiten anfallen, man aber auch viel Positives erlebt und Wärme und Herzlichkeit zurückbekommt. Das bestätigten alle vier Gäste.

Was dabei wichtig ist, fasste Christina Gündiz in Worte: „Wenn ihr euch für diesen Weg entscheidet, müsst ihr ihn auch wollen und mit Leib und Seele dabei sein. Ihr arbeitet mit Menschen und nicht mit Objekten.“ Wie die meisten ihrer Kolleginnen und Kollegen kann sie sich kaum schönere Aufgaben vorstellen, auch weil es die Möglichkeit gibt, sich im Bereich der Pflege beruflich jederzeit neu zu orientieren, sei es in Kliniken, in Heimen oder in der ambulanten Hilfe. Wer sich dafür interessiert, könne kann gerne ein Praktikum absolvieren; Näheres dazu gibt es unter www.pflege.bayern.de zu erfahren.

Schulleiterin Stefanie Zapf dankte Tabea Hildner und den Schülerinnen und Schülern, die als Darsteller mit Herz und Eifer bei der Sache waren und dem Publikum auf heitere Weise Einblick in die Welt der Pflegeberufe gegeben haben. Das Projekt, an dem die Schüler einige Tage gearbeitet hatten, wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege in Kooperation mit dem BRK initiiert.

 

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