Helmbrechts Zahl der Leerstände sinkt nicht wie gewünscht

  Foto: Werner Bußler/Werner Bußler

Bürgermeister Stefan Pöhlmann zieht aber zur bisherigen Arbeit des Helmbrechtser Leerstandsmanagers Martin Weigold ein positives Fazit. 28 Vermittlungen sind bislang zustande gekommen.

Helmbrechts - Vor zweieinhalb Jahren hat die Stadt Helmbrechts im Rathaus eine Stelle für Leerstandsmanagement und Öffentlichkeitsarbeit geschaffen. Die Einstellung eines Ansprechpartners habe bewährt, sagte Bürgermeister Stefan Pöhlmann im Stadtrat. Dieses positive Fazit zog er nach einem Tätigkeitsbericht von Martin Weigold, der im Mai 2019 sein Amt als Fachreferent antrat. Zu seinen Aufgaben gehört die regelmäßige Erfassung der Leerstände im Stadtgebiet sowie die Beratung von Eigentümern und Interessenten. Allerdings kann und darf die Kommune nicht als Makler auftreten. Weigold stellte Gründe für Leerstände vor; dabei kann es sich um Sanierungsfälle, aber auch um Spekulationsobjekte handeln. Doch auch Erbschaftsstreitigkeiten bilden die Ursache für nicht genutzte Immobilien.

Die im Mai 2019 erfassten 245 Leerstände haben sich auf 219 verringert, genau 28 Vermittlungen kamen in den letzten 28 Monaten auf Initiative des Managers zustande. „Die Zahl verringert sich nicht so rasant, wie es wünschenswert wäre, und es kommen auch neue Leerstände dazu“, sage Weigold. Der Kampf gegen Leerstand sei aber ein Marathon und kein Sprint.

Immerhin waren 60 Eigentümer gesprächsbereit und stehen mit Weigold in Kontakt. 21 der Hausbesitzer (2019 waren es noch 30) konnten noch nicht ausfindig gemacht werden, weil sie sich meist im Ausland aufhalten. Aber selbst wenn ein Eigentümer zur Besichtigung seines Objekts kommt und Renovierungen verspricht, passiere dies nicht immer. Dazu nannte Weigold als Beispiel ein Haus in der Blücherstraße. Eine Kommune habe aber kaum rechtliche Handhabe, um Sanierungen durchzusetzen.

Immobilien in der Stadt sind auch auf der kommunale Immobilienplattform (KIP) zu finden, die unter anderem auf der Homepage der Stadt abzurufen ist. Hier ist es möglich, eine große Interessentenzielgruppe anzusprechen. Auf diesem Portal waren allein zu Helmbrechts mehr als 5000 Objektaufrufe und 30 konkrete Anfragen zu verzeichnen. Für private Eigentümer ist hier ein Inserat, das auch im Rathaus erstellt werden kann, kostenlos.

Am meisten gesucht werden frei stehende Einfamilienhäuser in ruhiger Lage mit Garten oder Dreizimmerwohnungen mit Balkon. Solche Objekte werden aber meist schnell von privat an privat verkauft, sodass kein längerer Leerstand entsteht.

Auf die Frage von Thomas Friedrich (Fraktion SPD/Grüne), ob man Spekulanten im Vorfeld ausbremsen könne, sagte der Bürgermeister, die Stadt habe eher selten ein Vorkaufsrecht und wolle das auch wenig nutzen. Auch wisse man bei Käufern in der Regel nicht gleich, ob es sich um Spekulanten handelt. Martin Weigold ergänzte, wichtig sei es, beim Verkauf schnell zu sein und Netzwerke zu nutzen, um Immobilien an seriöse Kunden zu vermitteln. Pascal Bächer (SPD) stellte noch die Frage in den Raum, ob eine städtische Immobiliengesellschaft denkbar sei. Dies ist derzeit aber nicht geplant.

Martin Weigold berichtete ferner über die von ihm zu verantwortende Öffentlichkeitsarbeit und kündigte an, die Stadt wolle künftig neben Facebook auf anderen Kanälen präsent sein. So werde man eine Anregung des Jugendstadtrates aufgreifen und auch Instagram nutzen. Als weiteres Ziel gab er die verbesserte Vernetzung mit Textilmuseum, Jugendstadtrat und Jugendtreff Pur aus.

 

Bilder