Sich komplett freimachen, die innere Welt preisgeben, nichts zurückhalten – für viele ist nur das Kunst, was Wahrhaftigkeit möglichst nahekommt. Den Anspruch hat auch Nico Schwappacher an sich und seine Musik. Mit seinem zweiten Album unter dem Banner Zwischenlichten, „Leidgeboren“, hat der Helmbrechtser ein Werk vorgelegt, das dem Hörer entgegenschmeichelt, schreit und knarzt: „Sieh her, das bin ich.“ Die Musik erzwingt in ihrer Intensität Resonanz, mit dem Schönen, dem Hässlichen, dem Offensichtlichen und Verborgenen. Mit all dem macht sich der Musiker nackig bis auf die Knochen – auf Tonträger wie auf der Bühne. „Für diese Resonanz mache ich das alles“, sagt Schwappacher. Sich durch den anderen spüren, durch die Reaktion, die die Musik auslöst, das ist für den jungen Helmbrechtser essenziell. Auf „Leidgeboren“ verpackt er all das in darkfolkigen Schwelgereien, einer Mörderballade und Romantischem. Zum Abschluss ist sogar ein Liebeslied zu hören.