Helmbrechts - Es wäre so schön gewesen. Hätte Katrin Wolfrum ihre Pläne umgesetzt, wäre die Gaststätte auf dem Kirchberg heute wohl ein architektonisches Schmuckstück und vielleicht ein gut besuchtes Ausflugslokal. Vor zwei Jahren präsentierte die Investorin ihre Vision vom Neustart am höchsten Punkt der Stadt, 2021 wollte sie hier ursprünglich eröffnen, dann kam Corona, ihr erschien das Risiko zu hoch und sie trat zurück. „Alles wieder auf Anfang“, bedauerte Bürgermeister Stefan Pöhlmann Anfang des Jahres. Mit einer Ausschreibung will die Stadt nach einem Betreiber suchen, hieß es damals. Man hofft also auf einen weiteren Glückstreffer, dieses Mal mit Happy End. Dass es zumindest einen Versuch Wert ist, finden alle Fraktionsvorsitzenden. Doch was passiert, wenn sich niemand findet? „Dazu gibt es ganz unterschiedliche Meinungen“, weiß Pascal Bächer, Fraktionschef der SPD. Seine persönliche: Er befürchtet, dass die Stadt eine kostspielige Sanierung nicht stemmen kann. Also müsse man in alle Richtungen denken dürfen, auch an einen Abriss des alten Gebäudes und an einen Neubau. Mit seinem Fraktionskollegen, dem Ingenieur Jörg Albrecht, hat er den Gedanken durchgespielt. „Warum nicht ein kleinerer Funktionsbau mit viel Glas, der dann auch in der Pacht erschwinglicher wäre?“, überlegt Bächer. Er weiß jedoch, dass an der Gaststätte Emotionen hängen. Vielleicht wäre auch eine Misch-Konstruktion möglich, bei der man den historischen vorderen Teil mit dem Türmchen erhält, den weniger wertvollen Anbau aber abreißt. „Vielleicht ist ja ein Mittelweg möglich.“ Und vielleicht ließen sich für das Vorhaben auch Firmen mit ins Boot holen. „Ich finde, man kann hier durchaus kreativ denken.“