Helmut Kitter Mit 90 Jahren noch immer im Einsatz

Die 90 Jahre sieht man ihm nicht an: Helmut Kitter zusammen mit seiner Frau Erna, Tochter Christine und dem Schönwalder Bürgermeister Klaus Jaschke in seinem Garten in Grünhaid. Foto: /Florian Miedl

Am Mittwoch hat Helmut Kitter in Schönwald 90. Geburtstag gefeiert. Der Einsatz für andere prägt noch heute sein Leben.

Schönwald - In der guten Stube ist kein Platz mehr frei, die Gratulanten geben sich buchstäblich die Klinke in die Hand und das Telefon klingelt unablässig. Das bringt den, um den es an diesem Vormittag im Schönwalder Ortsteil Grünhaid geht, aber in keinster Weise aus der Ruhe: Helmut Kitter feiert 90. Geburtstag, begrüßt charmant seine Gratulanten, plaudert, lacht und fühlt sich sichtlich wohl.

Zu erzählen hat Helmut Kitter viel. Er hat ja auch viel erlebt. Seinen Lebenslauf hat der gebürtige Selber, der 1964 mit seiner ganzen Familie in das Elternhaus seiner Frau Erna zog, nicht in Jahren, sondern in Jahrzehnten geordnet.

Für die Gesellschaft

Geboren in Selb, besuchte Helmut Kitter die Grund- und Oberschule in Selb, kriegsbedingt auch zeitweise in Bad Homburg und Schwarzenberg, den Heimatorten seiner Eltern. Nach dem Abitur 1950 lernte er Industriekaufmann bei der RIG, engagierte sich in der Gewerkschaft, war Betriebsrat und beruflich viel im Ausland unterwegs. 1966 wechselte Kitter zur Netzsch-Gerätebau, wo er bis 1991 tätig war. Er engagierte sich im CVJM, trat der SPD bei und widmete sich der Blasmusik – in der Kapelle Hirsch, dem Schönwalder Posaunenchor und den „Kreahbröih-Musikanten“. Dazu organisierte und moderierte er Volksmusikveranstaltungen, stellte sich in den Dienst der Arbeiterwohlfahrt, deren Seniorenclub er noch heute leitet und mit dem Akkordeon unterhält. Auch die Politik hat ihn sein Leben lang beschäftigt. Er war für die SPD von 1972 bis 1996 Stadtrat und auch zweiter Bürgermeister in Schönwald, von 1978 bis 1990 im Kreistag. Sein Engagement für die Gesellschaft geht aber noch viel weiter: Er engagierte sich in der evangelischen Kirche als Lektor, im Kirchenvorstand und im Krankenhausbesuchsdienst, war zudem Mitglied im Arbeitskreis Mundart des Fichtelgebirgsvereins. Für sein großes Engagement wurde ihm 2003 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen, die SPD ehrte ihn mit der Willy-Brandt-Medaille.

Viele Gratulanten

Und auch heute noch ist Kitter engagiert. So musiziert er zum Beispiel für die Krebs-Selbsthilfegruppe, im AWO-Heim in Selb oder im Haus Perlenbach.

Entsprechend lang ist die Liste der Gratulanten: Bürgermeister Klaus Jaschke, der auch die Grüße von Landrat Peter Berek überbringt, Michael Rehwagen für den SC Grünhaid, Sonja Schuster für die SPD, die Arbeitskollegen von Netzsch, Horst Hantschel für die Alpenrose, per Telefon der Altlandrat Peter Seißer, und viele andere schauen kurz vorbei, gratulieren und bleiben auf ein Glas Sekt oder ein Paar Weißwürste.

Mit ihrem Mann freuen sich seine Frau Erna Kitter und seine Tochter Christine. Im Familienkreis werde man auch noch feiern, sagt der Jubilar, am Wochenende im „Alten Pfarrhaus“.

Seit den 1960er-Jahren schreibt Helmut Kitter für die Frankenpost. Auch deswegen hat er sich 2001 Computer und Digitalkamera angeschafft. Auch dieses Engagement nimmt er sehr ernst: „Am 18. bin ich dann beim Diakonieverein.“ Wie es ihm sonst so gehe? „Genau wie gestern“, lacht Helmut Kitter und wendet sich wieder seinen Gästen zu.

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