Ein Feuer, eine Missernte oder zerstörerische Unwetter – im 17. Jahrhundert hatten die Menschen für Ereignisse wie diese keine Erklärung. Der Glaube an Hexen, die solches Unglück arglistig verursacht haben sollen, war deshalb weit verbreitet. „Grund dafür war aber auch die Annahme, dass es Menschen gibt, die mehr verstehen als man selbst, die beispielsweise Phänomene in der Natur deuten konnten oder Heilkenntnisse hatten“, informiert Heimat- und Landeshistoriker Adrian Roßner aus Zell im Fichtelgebirge. Nicht nur Hexen, sondern auch Henkern oder Totengräbern, also Menschen, die sich ohnehin oft in der „Zwischenwelt“ aufhielten, wurden solche Fähigkeiten zugeschrieben. Wurden Mann oder Frau als Magier beziehungsweise Hexen schuldig gesprochen, verrichteten Folterknechte grauenhafte Arbeit an ihnen. Auch im Fichtelgebirge fielen etwa zehn Menschen der Hexenverfolgung zum Opfer.