Schmerzmittel helfen nicht
Angela L. kann weder lange sitzen noch stehen noch laufen noch liegen. „Es fühlt sich an, als ob mir jemand Messer ins Bein bohrt, manchmal sind es aber auch dumpfe, klopfende Schmerzen.“ Verharrt sie längere Zeit in einer Position, kommt es auch vor, dass sich alles im rechten Bein vom Gesäß abwärts taub anfühlt, berichtet sie. Sie sitzt auch beim Gespräch mit unserer Redaktion schief auf dem Stuhl, das rechte Bein zieht sie ungewöhnlich weit nach oben.
Besonders grausam sind für Angela L. die Nächte, da liegt sie meist wach und überlegt, wie sie die Zeit herumbringt. Ihre letzte Tiefschlafphase liege Jahre zurück, sagt sie.
Nervlich macht sie die Situation mürbe. Die Schmerzen schränken ihr komplettes Leben ein. Sie erinnert sich an einen Vorfall 2019, als sie nach langem Betteln ihres Sohnes mit ihm eine Radtour auf einem geliehenes E-Bike unternimmt und beim Absteigen das rechte Bein nicht mehr spürt. Sie stürzt, fällt aufs Gesicht und verletzt sich.
Der Professor aus Ulm macht ihr keine Hoffnungen, dass sie je wieder arbeiten kann. „Er empfiehlt mir, zeitnah Rente zu beantragen. Kein Arbeitgeber wird mir zugestehen, dass ich mich während der Arbeitszeit hinlege.“ Zumal ihr Zustand für Außenstehende nicht erkennbar ist – bis auf die Schonhaltung merkt man der 47-Jährigen nichts an. Die Delle an der Einstichstelle ist wieder verschwunden – ihre Schmerzen bleiben. „Ich muss lernen, mit ihnen zu leben, hat mir der Professor gesagt.“ Sie ist deshalb in psychologischer Behandlung.
Finanzielle Lage belastet
Neben all diesen Einschränkungen belastet Angela L. vor allem ihre finanzielle Situation. Zunächst bekam sie Krankengeld, das im April 2016 auslief, seitdem lebt sie von Bürgergeld. Für ihren 19-jährigen Sohn, der noch zur Schule geht, bekommt sie Kindergeld. Anschaffungen wie Winterreifen sprengen schnell ihr Budget. Auch die Krankheit verursacht Kosten. Vor Kurzem hat sie sich eine Matratze mit Gelschicht gekauft, in der Hoffnung, besser schlafen zu können. Die knapp 500 Euro dafür lieh ihr ein Freund. Sie würde es ihm gerne schnell zurückzahlen, weil ihr das sehr unangenehm ist. Außerdem hat man ihr eine Akupressurmatte empfohlen, sie könnte die Schmerzen lindern. Doch für solche Hilfsmittel fehlt ihr das Geld. Sie empfindet es als belastend, auf Unterstützung anderer angewiesen zu sein. „Man rutscht unverschuldet in etwas hinein, wo man nie hin wollte.“
Spenden
Hilfe für Nachbarn: Der Verein „Hilfe für Nachbarn“ unterstützt Menschen aus der Region, die in Not geraten sind. Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, insbesondere Angela L. helfen wollen, überweisen Sie Ihre Spende auf das Konto von „Hilfe für Nachbarn“ bei der Sparkasse mit dem Verwendungszweck „Angela L.“
Die Spenden sind steuerlich absetzbar. Für Beträge von mehr als 300 Euro gibt es eine Quittung (Adresse vermerken). Für kleinere Beträge reicht der Kontoauszug zu Vorlage beim Finanzamt. IBAN: DE 29 7805 0000 0220 0204 16