Hilfe für Nachbarn Einbruch zwingt Seniorin zum Neustart

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Die Wohnung von Angelika M. wurde ausgeraubt, das Mobiliar zerstört. Die chronisch kranke Endsechzigerin hat fast alles verloren und braucht Unterstützung, um sich ein neues Zuhause aufzubauen.

Hof/Wunsiedel -  Diesen Anblick wird Angelika M. (Name geändert) nie vergessen: Als sie im Sommer dieses Jahres die Treppe zu ihrer Hofer Wohnung hinaufgeht, sieht sie im Treppenhaus Kartons stehen, die sie eigentlich in ihrer Wohnung aufbewahrt hatte und wundert sich. Beim Näherkommen bemerkt sie die aufgebrochene Tür. Drinnen bietet sich ihr ein Bild der Verwüstung: das Bett ist zerstochen, das Mobiliar teilweise zerschlagen, Sofa und Kissen sind aufgeschlitzt, Papiere zerfetzt. Ihre Sammlerpuppen sind weg, der Fernseher, das Radio. Das  Geschirr ist ausgeräumt, sogar die Bestecke fehlen. „Ich hab gedacht, ich krieg einen Schlaganfall, mein Herz bleibt stehen“, erzählt sie heute, mehrere Monate später. „Ich hab am ganzen Körper gezittert.“ Unter Schock sei sie zu einer Verwandten in der Nähe  gelaufen, „sie hat mir erst mal einen Kaffee gekocht“. Bei  der Frau hat sie vorerst auch ein vorübergehendes Zuhause gefunden.

 Nie mehr hat Angelika M.  seitdem alleine   ihre Wohnung betreten, obwohl sie  zuvor jahrzehntelang dort gelebt hatte.   Das Gespräch   darüber fällt ihr schwer.      Nach Auskunft der Polizei konnte der Täter bisher nicht ausfindig gemacht werden.

Wegen mehrerer  chronischer Erkrankungen ist Angelika M. schon lange gesundheitlich angeschlagen. Seit dem traumatischen Erlebnis  kommen psychische Belastungen und Gleichgewichtsstörungen dazu. Noch heute leidet sie unter den Folgen eines Treppensturzes im Sommer, ein paar Wochen nach dem Einbruch.

Alleine wäre sie nicht in der Lage, ihre Angelegenheiten zu regeln. Dazu fehlen ihr Gesundheit, Entscheidungskraft, Belastbarkeit –  und auch  die nötigen finanziellen Mittel. Sie hat nur eine kleine Rente,  erhält ergänzend Grundsicherung. Mit Ende 60 ist die ehemalige Näherin oft der Verzweiflung nahe und sieht sich vor dem Nichts.

Dass aus diesem  Nichts mittlerweile eine konkrete Zukunftsperspektive für Angelika M. geworden ist, ist dem tatkräftigen Engagement ihrer Schwester Karin S. (Name geändert) zu verdanken. Sie  sucht nach einer neuen Wohnung, sie übernimmt Behördengänge und  erledigt die Korrespondenz für Angelika M.  Die Schwester fragt auch  nach finanzieller Unterstützung  –  bei „Hilfe für Nachbarn“, der  Aktion von Frankenpost und der Sparkasse Hochfranken.

Eine Wohnung hat Karin S. für ihre Schwester mittlerweile gefunden. Darin stehen jetzt schon zwei Koffer mit Kleidung, mehrere Kartons und Plastiktüten mit brauchbaren Dingen aus der alten Wohnung. Außerdem gibt es dort bereits  einen Kleiderschrank, einen  Küchentisch, zwei Stühle und ein Bettgestell – all das hat Karin S.  günstig aus zweiter Hand erstanden. Doch noch fehlt    einiges, bevor Angelika M.  einziehen kann: „Am wichtigsten sind ein Kühlschrank und eine neue Matratze fürs Bett“, sagt Karin S. „Ein Fernseher wäre schön und eine Garderobe für den Flur“ , ergänzt sie. Und: „Geschirr fehlt auch noch, Bettwäsche, Besteck, Töpfe und kleine Vorhänge für die Fenster.“ Was Menschen halt so brauchen, wenn sie noch einmal ganz von vorne anfangen müssen.

So können Sie spenden

Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, Angelika M.  helfen wollen, überweisen Sie Ihre Spende auf das Konto der Aktion „Hilfe für Nachbarn“ bei der Sparkasse Hochfranken:

IBAN DE 29 7805 0000 0220 0204 16

BIC: BYLADEM1HOF

Die Spenden sind steuerlich absetzbar.Für Beträge von mehr als 200 Euro gibt es eine Spendenquittung (bitte Adresse auf Überweisung vermerken). Für kleinere Beträge reicht der Kontoauszug zur Vorlage beim Finanzamt.

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