Perspektiv-Wechsel: Während Gerhard K. auf der Bank schläft, treffen sich nach Mitternacht drei Jugendliche am Bahnhof Kulmbach. Einer von ihnen hat kurz zuvor in der Stadt eine Frau attackiert, sie zu Boden geschleudert, sodass sie später operiert werden musste. Dieser 16-Jährige schlägt nun den Freunden vor, den Fremden, den sie auf der Bank liegen sehen, „abzuziehen“. Laut Gerichtsakte erkennen alle drei noch vor dem ersten Schlag, dass K. ein schmächtiger, älterer Mann ist. Einer legt ihm den Arm um den Hals und fixiert ihn, der Anstifter trifft ihn mit der Faust ins Gesicht. Auf Schläge folgen Tritte. Stampftritte. Kicktritte. Sie drücken die Nase von Gerhard K. ein. Als die Jugendlichen von ihm ablassen, liegt er blutend am Boden. Sie durchwühlen Hosentaschen und Rucksack, nehmen 60 Euro an sich – lassen den reglosen Mann liegen. In der Akte heißt es weiter: „Anschließend begaben sie sich in der Oberen Stadt in eine Bar, wo sie feierten und sich vom erbeuteten Geld mehrere Shots Alkohol kauften.“