Hilfe für Nachbarn Gutes tun mit Hofer Rindfleischwurst

Die Hofer Rindfleischwurst zählt zu den europaweit geschützten Spezialitäten. Freunde der Wurst wollen sie bekannter machen und starten eine Benefizaktion.

Die Hofer Rindfleischwurst ist offiziell und europaweit als Schmankerl der Region anerkannt. Foto: dpa/David Ebener

Die Freunde der Hofer Rindfleischwurst planen am Samstag, 12. April, eine ungewöhnliche Aktion vor dem Hofer Rathaus. Sie wollen die Hofer Spezialität bewerben – und gleichzeitig eine gute Tat vollbringen. Unter dem Motto „Klaus und Klaus geben Würste aus“ stellen sich Klaus Adelt und Klaus-Jochen Weidner einen Vormittag lang in einen Stand und verschenken Original Hofer Rindfleischwurst gegen Spenden. Diese gehen zu hundert Prozent an „Hilfe für Nachbarn“. Damit will der Verein Menschen unterstützen, die unverschuldet in Not geraten sind.

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Die Idee für die gute Tat entstand bei der Jahreshauptversammlung, sagt Alexandra Herpich. Sie ist die Chefin der Freunde der Hofer Rindfleischwurst. Den Verein gibt es seit 2013. Er hat sich gegründet, um das Hofer Premiumprodukt bekannter zu machen. Die Rohwurst aus magerem Rindfleisch gehört seit 2011 zum europäischen Register regionaltypischer Spezialitäten.

Rindfleischwurst im Landtag

Der Verein setzt sich dafür ein, dass dieser besondere Status erhalten bleibt und präsentiert die Wurst auf überregionalen Messen wie der Grünen Woche in Berlin. „Wir werben damit auch für unsere Region“, sagt Mitglied Klaus-Jochen Weidner. Als Klaus Adelt aus Selbitz noch Landtagsabgeordneter in München war, gab er im Landtag immer mal als Brotzeit Hofer Rindfleischwurst aus. „Weil’s halt wärklich was B’sondersch is“, sagt er im schönsten Fränkisch.

Aktuell gehören fünf Metzger aus Stadt und Landkreis Hof dem Verein an und produzieren die Rindfleischwurst gemäß der vorgegebenen Standards. „Das wird auch jedes Jahr geprüft“, sagt Alexandra Herpich.

Als besonderen Hingucker für die Benefizaktion präsentieren „Klaus und Klaus“ eine Torte aus Rindfleischwust und eine riesige Rindfleischwurst-Semmel. So hoffen sie, dass viele Spenden zusammen kommen.

Spenden für „Hilfe für Nachbarn“

Der Verein „Hilfe für Nachbarn“ ist eine Gemeinschaftsaktion der Sparkasse Hochfranken und der Frankenpost. Seit 25 Jahren sammelt der Verein Spenden und gibt sie schnell und unbürokratisch an Menschen weiter, die Hilfe brauchen. Gemeinnützige Einrichtungen wie Diakonie, Caritas oder Rotes Kreuz sorgen dafür, dass die Spenden wirklich dort ankommen, wo sie dringend gebraucht werden.

Brutale Gewalttat mit Folgen

Das Geld, das bei der Benefizaktion am 12. April zusammenkommt, ist unter anderem für einen 35-jährigen Mann aus dem Landkreis Hof bestimmt. Peter W. (Name von der Redaktion geändert) ist gelernter Metzger. Sein Leben änderte sich schlagartig, als er 2016 Opfer einer Gewalttat wurde. Bei einem Fußball-Auswärtsspiel griff ihn eine fanatische Fangruppe an – mit gravierenden Folgen, unter denen er bis heute leidet.

Die Angreifer schlugen Peter W. brutal zusammen. Faustschläge auf sein Auge hätten ihn fast erblinden lassen. Nach wie vor leidet er unter Sehstörungen, Tinnitus und besonders unter den psychischen Folgen der Attacke, unter Angstzuständen und Schlafstörungen. „Der Vorfall hat mein Leben komplett aus den Angeln gehoben“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion.

Das Leben wieder in Bahnen lenken

Roswitha Breu vom Caritasverband Stadt und Landkreis Hof kümmert sich um Peter W. und hilft ihm, nach langen Aufenthalten in Krankenhaus und Psychiatrie, sein Leben wieder in die Spur zu bringen.

Denn nach dem Vorfall bei dem Fußballspiel – die Täter hat man übrigens nie gefasst – zerbrach nicht nur seine Familie, er verlor auch seine Arbeitsstelle.

Mit der Hilfe von Roswitha Breu versucht er, eine neue Stelle zu finden. Da er jedoch in einem abgelegenen Ort im Landkreis wohnt – ein Umzug ist aufgrund seines psychischen Zustands aktuell nicht möglich – ist er dringend auf sein Auto angewiesen. Das ist jedoch vor Kurzem kaputt gegangen; eine Reparatur kann er sich nicht leisten. „Seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt wären viel besser, wenn er mobil wäre“, sagt Roswitha Breu und hofft darauf, dass einige Spenden zusammen kommen.

Benefizaktion

Rindfleischwurst gegen Spende:

IBAN: DE 29 7805 0000 0220 0204 16 BIC: BYLADEM1HOF