Anna K. versucht jetzt, sich ein neues Leben aufzubauen. Nach dem Haftantritt ihres Ex-Partners hat sie die Wohnung verlassen, in der sie alles an seine Gewaltausbrüche erinnerte. Sie beschreibt, wie es dort aussah: Kaputte Türen, zerbrochene Fensterscheiben, zerschlagene Möbel. Mittlerweile wohnt sie mit ihren Kindern in einer Wohnung in der Region. „Ich versuche, meinen Alltag zu meistern, habe aber noch mit dem Trauma zu kämpfen.“ Gerne würde Anna K. psychologische Hilfe in Anspruch nehmen und steht auf zahlreichen Wartelisten. Einen Platz hat sie bislang nicht bekommen.
Plötzlicher Tod des Vaters
Die gelernte Erzieherin möchte auch wieder in ihren Beruf zurück finden, was aktuell wegen der körperlichen und psychischen Folgeschäden nicht möglich sei, wie sie sagt. Sie lebt von Bürgergeld, davon bleiben ihr 250 Euro, weil Kindergeld und Unterhaltsvorschuss abgezogen werden. Ihre Kinder sind im Grund- und Vorschulalter.
Finanzielle Sorgen belasten Anna K. zusätzlich. Neue Möbel konnte sie bis heute nicht kaufen. Sie muss mit der zerschlagenen Einrichtung aus der ehemaligen Wohnung zurechtkommen. Obendrauf ereilte sie jetzt noch ein schwerer Schicksalsschlag: Der plötzliche Tod ihres Vaters Anfang Dezember. Anna K. muss zu all dem Schmerz noch die Beerdigung organisieren und finanzieren. „Wir versuchen, sie so schlicht wie möglich zu halten.“ Dennoch würde sie ihrem Vater gerne zumindest die günstigste Urne kaufen, weiß aber nicht, woher sie das Geld dafür nehmen soll. Auch die Weihnachtswünsche der Kinder wird sie nicht erfüllen können, befürchtet sie.
Appell an Frauen in Not
Zum Ende des Gesprächs möchte Anna K. noch zwei Dinge los werden: Sie will den Mitarbeiterinnen des Frauennotrufs danken, dessen Nummer sie in der Vergangenheit oft gewählt hat. „Wenn sie nicht gewesen wären, hätte ich nicht gewusst, was ich machen soll. Das waren die rettenden Engel in der Not.“ Und: Sie möchte alle Frauen, die Ähnliches durchmachen, ermutigen, sich helfen zu lassen. „Ich weiß, dass man da alleine nicht raus kommt. Ich hatte einen riesigen Schutzengel, dass ich das alles überlebt habe.“
Gut zu wissen
Der Verein
„Hilfe für Nachbarn“ unterstützt Menschen aus der Region, die unverschuldet in Not geraten sind. Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, insbesondere „Anna K.“ helfen wollen, überweisen Sie Ihre Spende auf das Konto von „Hilfe für Nachbarn“ bei der Sparkasse mit dem Verwendungszweck „Anna K.“ Die Spenden sind steuerlich absetzbar. Für Beträge von mehr als 300 Euro gibt es eine Quittung (Adresse vermerken). Für kleinere Beträge reicht der Kontoauszug zu Vorlage beim Finanzamt. IBAN: DE 29 7805 0000 0220 0204 16 BIC: BYLADEM1HOF