„Hilfe für Nachbarn“ Spendenaktion startet wieder

Unbürokratisch und schnell will „Hilfe für Nachbarn“ Not lindern. Foto: picture alliance/dpa/dpa-tmn/Zacharie Scheurer

„Hilfe für Nachbarn“ unterstützt seit 22 Jahren Menschen in Not. Nun geht die große, gemeinsame Spendenaktion in eine neue Runde. Jeder Euro zählt.

Die Erfolgsgeschichte geht weiter: „Hilfe für Nachbarn“ will Menschen in der Region unter die Arme greifen, die unverschuldet in Not geraten sind. Wie schnell das passieren kann, erleben die Mitglieder des Vereins immer wieder. Eine Krankheit, ein Brand, ein Unfall – die Gründe sind vielfältig. Wegen der steigenden Kosten, etwa für Energie, könnten in nächster Zeit noch mehr Menschen auf Hilfe angewiesen sein, vermutet Andreas Pöhlmann. Er ist Vorstandschef der Sparkassen Hochfranken und zugleich Vorsitzender des Vereins „Hilfe für Nachbarn“, ein Gemeinschaftsprojekt von Sparkasse und Frankenpost.

Umso dankbarer ist Pöhlmann dafür, dass sich die Zahl der Spender sogar erhöht hat. Im Spendenjahr 2021/2022 – ein Spendenjahr läuft immer bis Ende Februar – unterstützten 2600 Einzelspenden das Projekt. So kam eine Summe von 280. 000 Euro zusammen. Dazu kommen 60 .000 Euro aus der Aktion „Adventskalender“ der Süddeutschen Zeitung. Dieses Geld verwendet der Verein ausschließlich, um Kinder und Jugendliche in der Region zu unterstützen. Für das neue Spendenjahr, das im März begonnen hat, sind bislang knapp 40.000 Euro eingegangen.

Dass alle Spenden wirklich dort ankommen, wo sie gebraucht werden, garantiert bei „Hilfe für Nachbarn“ ein Netzwerk aus Mitarbeitern von Diakonie, Caritas, Rotem Kreuz und Arbeiterwohlfahrt. Sie prüfen jeden Fall und versuchen, die Notlage der Betroffenen zu lindern. „Wo andere wegsehen, sind sie da und kämpfen für ihre Klienten, sie verdienen wirklich unsere Wertschätzung“, findet Pöhlmann. In der Jury, die über die Verteilung der Spenden entscheidet, sitzen aber auch Vertreter der Kommunen, die ebenfalls wissen, wo Hilfe gebraucht wird, wie etwa nach dem Hochwasser im vergangenen Jahr. Heuer war die Unterstützung der Menschen aus der Ukraine ein großes Thema, 20. 000 Euro an Spenden gingen für Geflüchtete ein. Aber auch viele andere Hilfsgesuche erreichten die Jury. Besonders nah gehen dem Vorsitzenden Fälle, in denen es um Kinder mit einer Behinderung geht. Hier versucht „Hilfe für Nachbarn“, ihnen das Leben etwas zu erleichtern, etwa durch einen Umbau im Haus. Auch Weihnachtsgeschenke sollen Kinder erreichen, bei denen sonst kaum etwas unterm Christbaum liegen würde. „Wir versuchen, die Not etwas aufzufangen“, erklärt der Vorsitzende.

Dafür braucht es Spenden. Und die Bereitschaft, an andere zu denken, denen es nicht so gut geht, ist in der Region besonders hoch, freut sich Pöhlmann. „Hier bei uns denkt man noch aneinander, ‚Hilfe für Nachbarn’ ist seit 22 Jahren ein Erfolg, um den uns andere Regionen beneiden.“ Die Aktion funktioniert seiner Meinung nach auch deshalb so gut, weil alle an einem Strang ziehen. Seit Gründung der Gemeinschaftsaktion im Jahr 2000 sind fast 57 .500 Einzelspenden eingegangen und damit die stolze Summe von 4,8 Millionen Euro. Geld, das ohne Abzüge an Menschen in Not geht.

Die Bandbreite der Spenden reicht von einem Euro bis zu einem Betrag von 10. 000 Euro. Die Spender sind zum einen Firmen aus der Region, aber auch Privatleute, wie zum Beispiel ein Rentner, der Monat für Monat seine Betriebsrente an „Hilfe für Nachbarn“ überweist.

Die Frankenpost unterstützt die Aktion, indem sie über Menschen berichtet, die Hilfe brauchen, und zu Spenden aufruft. Frankenpost-Geschäftsführer Andreas Heinkel hält als Vize-Vorsitzender des Vereins die Aktion für wichtiger denn je: „Nachdem sich die Krisen dieser Welt immer mehr auf Familien in der Region niederschlagen, war es noch nie so wichtig wie heute, diese Familien zu unterstützen.“

Am Sonntag, 27. November, ist außerdem die Frankenpost-Geschäftsstelle in Hof, Poststraße 9/11, von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Ein Teil des Erlöses, der an dem Tag erzielt wird, ist für „Hilfe für Nachbarn“ bestimmt. www.hilfe-fuer-nachbarn.de

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