Hilfe in der Not Schirndinger Züchter vermitteln Obdach

Die Mitglieder des Kaninchen- und Geflügelzuchtvereins helfen vier Frauen und zehn Kindern bei ihrer Reise nach Sachsen-Anhalt. Sie folgen dabei einem Hilferuf eines befreundeten Sebright-Züchters.

Die aus der Ukraine geflüchteten Frauen und Kinder fanden Hilfe bei den Schirndinger Kaninchen- und Kleintierzüchtern. Unser Bild zeigt sie mit (von rechts) Ottmar Kärner, Peter Bogdanovic und dem Vorsitzenden Peter Kodritzky. Foto: /pr

Wie spontan und schnell Hilfe sein kann, haben jetzt die Mitglieder des Kaninchen- und Geflügelzuchtvereins Schirnding bewiesen: Sie haben einer Gruppe Flüchtlinge aus der Ukraine bei ihrer Fahrt nach Sachsen-Anhalt geholfen. Ausgangspunkt dieser kurzfristigen Aktion waren die internationalen Kontakte der Züchter, die in den vergangenen Jahren mit vielen deutschlandweiten, deutsch-tschechischen und 2019 einer europaweiten Ausstellung auf- und ausgebaut wurden. Denn die internationalen Kontakte reichen bis in die Ukraine. So erreichte am Sonntagabend ein Hilferuf eines befreundeten Sebright-Züchters aus Sachsen-Anhalt die Schirndinger. Der Züchter, ein ehemaliger Pfarrer, bat die Oberfranken, vier Frauen und ihren sechs Kindern auf ihrem Weg nach Sachsen-Anhalt eine Übernachtung zu ermöglichen. Dort sollen die Geflüchteten bei einer evangelischen Gemeinde einen dauerhaften Aufenthalt erhalten. Die Familien waren per Auto auf dem Weg von Lienz in Österreich nach Deutschland.

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Der Vorsitzende Peter Kodritzki machte sich sofort auf die Suche nach privaten Schlafgelegenheiten für eine Nacht und fand auch Unterstützung. Gleichzeitig hatte sich der Vorsitzende auch an Elisabeth Golly beim Landratsamt gewandt, die in kürzester Zeit eine gemeinsame Übernachtungsmöglichkeit für die ganze Gruppe in Selb organisierte.

Am Montagnachmittag trafen die zehn Frauen und Kinder in der Kleintierzuchtanlage in Schirnding ein. Sie hatten auf ihrem Weg von Kiew über Moldavien, Rumänien, Ungarn und Österreich 2400 Kilometer zurück gelegt. Von den Schirndinger Züchtern wurden sie mit Essen, Getränken und Süßigkeiten verköstigt und mit Verpflegung für den nächsten Tag ausgestattet. Die Kinder genossen den Zwischenstopp, um sich in der Zuchtanlage auszutoben, und bestaunten die Tiere.

Wie Kodritzki berichtet, entwickelte sich ein freundschaftliches Gespräch, in dem sich herausstellte, dass die Frauen allesamt Ausdauersportlerinnen sind und schon an Marathon-Läufen in New York und Rom teilgenommen haben. Leider habe sich eine weitere Frau der Gruppe nicht anschließen können, weil ihre Tochter erkrankte.

Spontane Hilfsbereitschaft zeigten nach Angaben Kodritzkis Spaziergänger in Schirnding, die am Montag die Autos mit ukrainischen Kennzeichen und die ausgelassenen Kinder sahen: Sie boten Kleidung und Spielsachen an.

Nach vier Stunden Aufenthalt wurden die Flüchtlinge zur Übernachtung nach Selb geführt, wo ihnen von der aufnehmenden Familie ein herzlicher Empfang bereitet wurde.

Und die Reise hatte auch ein gutes Ende: Am Dienstagabend erreichten alle Frauen und Kinder wohlbehalten ihr Ziel in Sachsen-Anhalt. red