Himmelkron Bürgermeister fürchtet Folgen einer Talfahrt

Werner Reißaus

Gerhard Schneider aus Himmelkron blickt auf ein herausforderndes Jahr zurück. Das werde sich vorerst auch nicht ändern, sagt er und spricht von einer finanziellen Zeitenwende.

Der Kreisverkehr in Himmelkron ist seit Jahren ein Thema. 2022 im Sommer war Bauminister Christian Bernreiter (rechts) im Ort. Bürgermeister Gerhard Schneider (Zweiter von links) hat die Pläne vorgestellt. Mehr als zwei Jahre nach diesem Termin konstatiert Schneider: Mit dem Projekt sei man noch nicht recht weitergekommen. Foto:/ Archiv

„Das Jahr 2024 steckte für uns alle wieder voller Herausforderungen und Überraschungen. Die als historisches Projekt gestartete Bundesregierung der Ampelparteien ist nach drei Jahren mit viel Getöse und gegenseitigen Schuldzuweisungen an den wirtschaftlichen und finanziellen Fakten zerplatzt. Einher geht dies mit einem rasanten wirtschaftlichen Niedergang unseres Landes und dem Verlust vieler Arbeitsplätze. Zahlreiche große Industriebetriebe verlassen mittlerweile unser Land.“ Mit diesen Worten eröffnete Bürgermeister Gerhard Schneider seinen Jahresbericht für das Jahr 2024. Vor allem die Energie, ein Grundpfeiler des Wirtschaftslebens, sei mittlerweile sehr teuer geworden. Die Schatten dieser wirtschaftlichen Talfahrt hätten auch die Gemeinde Himmelkron durch deutlich geringere Gewerbesteuereinnahmen erreicht. Die Gemeinde werde den finanziellen Gürtel deutlich enger schnallen müssen.

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Der Gemeinderat habe sich stets bemüht, die anstehenden Entscheidungen sachgerecht und am Wohl der Bürger orientiert zu treffen. Zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur seien auch im zurückliegenden Jahr wieder der Schwerpunkt der gemeindlichen Arbeit und Entwicklung gewesen. An erster Stelle nannte das Gemeindeoberhaupt den Ortseingang von Lanzendorf mit seinen zahlreichen Parkplätzen für die Sportanlage und den Kinderspielplatz: „Es ist ein schön angelegter, schmucker und funktionaler Ortseingang von Lanzendorf entstanden. Unsere Bauhofmannschaft hat bei der Realisierung dieser Maßnahme Großartiges geleistet.“ Auch bei der Modernisierung der Wasserversorgung seien wichtige Weichen gestellt worden. Dafür habe die Gemeinde rund 325 000 Euro investiert, unter anderem in vorbereitende Arbeiten für den Neubau der Wasserhochbehälter in Lanzendorf und Gössenreuth sowie für eine Anschlussleitung an die FWO und ein neues Wasserwerk. „Um diese Ziele herauszuarbeiten und zu beschließen, führte unser Gemeinderat eine Sondergemeinderatssitzung nur zur Wasserversorgung durch.“

Auch die Sanierung und Erweiterung der Grundschule habe man auf den Weg gebracht. Schneider dankte den beteiligten Behörden, dass ein Teil der Grundschule die für die Kindertagesstätte „Garten Eden“ genutzt werden kann. „Damit ist der Weg frei für eine schrittweise Realisierung der Sanierung und Erweiterung unserer Grundschule. Dafür haben das Ingenieurbüro Schwarzmann aus Wonsees sowie weitere beteiligte Projektanten umfangreiche Planungen erstellt. Diese fanden bei der Vorstellung in unserem Gemeinderat die einmütige Zustimmung. Jetzt gilt es, diese Pläne und den Raumbedarf mit der Schulabteilung der Regierung von Oberfranken bezüglich der Förderfähigkeit abzuklären.“

Noch nicht viel weitergekommen sei die Gemeinde bei der dringend notwendigen Realisierung eines Kreisverkehrs an der Kreuzung des Nahversorgungsgebietes mit der B 303. Das Staatliche Bauamt befinde sich immer noch in der internen Planabstimmung, die dem Start des Planfeststellungsverfahrens vorangeht. Dafür hatte die Ge-meinde im Haushalt eine Anfinanzierungsrate von 100 000 Euro eingestellt.

Die Haushaltsentwicklung sei 2024 sehr unbefriedigend, verlaufen: „Bedingt durch Gewerbesteuerrückzahlungen in Höhe von insgesamt 1 085 000 Euro beziehungsweise weiterer Mindereinnahmen, wird das Gewerbesteueraufkommen in diesem Jahr um gut 1,1 Millionen Euro niedriger ausfallen als bei der Haushaltsaufstellung erwartet. Dies werde die nächsten beiden Haushaltsjahre stark belasten und wir stehen also vor großen Herausforderungen. Wir müssen in Zukunft jedes größere Investitionsvorhaben kritisch überprüfen, ob es jetzt unbedingt sein muss oder die Verwirklichung noch etwas warten kann. Nicht mehr alles, was wünschenswert ist, wird zu verwirklichen sein. Wir müssen jetzt vernünftig haushalten, um die finanzielle Zukunft unserer Gemeinde nicht zu gefährden.“ Das Haushaltsjahr 2024, da ist sich Bürgermeister Gerhard Schneider sicher, wird wohl als das Jahr des Beginns der finanziellen Zeitenwende hin zu sehr schwierigen Haushaltsjahren in der Chronik von Himmelkron eingehen.