Was sagt die IU?
Die IU nehme die Situation der betroffenen Studierenden sehr ernst, teilte die Hochschule der Deutschen Presse-Agentur mit. "Gleichzeitig liegt die Ursache der Verzögerungen im Verantwortungsbereich der zuständigen öffentlichen Stellen", hieß es. So könnten private Hochschulen die behördlichen Bearbeitungszeiten nicht beeinflussen und auch nicht die Rolle staatlicher Stellen kompensieren.
Nach Angaben der privaten Hochschule wohnen von den mehr als 120.000 Studierenden rund 1.500 Studierende in Thüringen. Zudem studieren rund 200 Personen dual in Erfurt. Zahlen, wie viele Studentinnen und Studenten der Hochschule einen Bafög-Antrag stellen, liegen jedoch nicht vor.
Was wird in der Zwischenzeit getan?
Für die Bearbeitung der vielen Anträge wurden beim Studierendenwerk zum Jahresanfang Mitarbeiter vorübergehend eingestellt. Zudem sollen Studierende unter bestimmten Voraussetzungen vorgezogene Zahlungen erhalten können, wie das Studierendenwerk Thüringen kürzlich mitteilte. Die Voraussetzung dafür: Der Antrag muss den Angaben nach im Wesentlichen vollständig sein. Das Studierendenwerk hat genaue Vorgaben, welche Anträge und Informationen dafür nötig sind.
Eine ähnliche Ankündigung habe es schon einmal gegeben, sagte der Fraktionschef der Thüringer Linken, Christian Schaft. Die Zahlen der offenen Anträge seien damals jedoch nicht merklich gesunken. "Deswegen bin ich da noch skeptisch, wie erfolgreich das ist", sagte er. Das größte Problem sei, dass es keine Abstimmung zwischen Bund und Ländern gebe.
Die schwarz-rote Koalition in Berlin hatte eine Erhöhung der Studienförderung in mehreren Schritten beginnend mit dem kommenden Wintersemester vereinbart. Das Bafög soll zudem modernisiert und digitalisiert werden. Ob und wie konkret das Vorhaben umgesetzt wird, ist seit einiger Zeit jedoch wieder offen.