Hochsprung mit Musik in Hof Von Wundertüten und Brokkoliaufläufen

Alisa Schrauth

Die 23. Auflage des „Hochsprung mit Musik“ der LG Hof findet am Samstag statt – bereits zum fünften Mal bei Motor Nützel. Auch eine Hofer Starterin ist dabei.

Manuel Marko kehrt nach seinem Sieg von 2019 wieder nach Hof zurück – ob er den Meeting Rekord von Josef Adamek aus dem Jahr 2020 knacken kann? Foto: imago images/Beautiful Sports/BEAUTIFUL SPORTS/KJPeters via www.imago-images.de

Die LG Hof ist voller Vorfreude. Christian Strootmann, der Präsident, freut sich „wie ein Schnitzel“ auf das Hochspringen am Samstag. Udo Jahreiß, sportlicher Leiter, setzt die Skala vegetarisch fort – „dann freu ich mich wie ein Brokkoliauflauf“, überlegt er. Die Organisatoren der LG Hof sind zu Späßen aufgelegt, auch wenn noch einiges zu tun ist: Ein Autohaus verwandelt sich schließlich nicht von selbst in eine Hochsprung-Arena. Auf den Veranstaltungsort ist man bei der LG Hof besonders stolz, das Wort „einzigartig“ wird mehrfach wiederholt.

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Gezogen hat das alles bei den Athleten erst mal nicht – auf die Einladungen, die der Vorsitzende Thomas Neubert im Dezember für den Termin Anfang Februar verschickt hat, ist die Resonanz nicht besonders rosig. Er reagiert, und verlegt den Termin auf nach der Hallensaison. Und siehe da, gleich vier Springer melden sich an, die in dieser Saison bereits die zwei Meter geknackt haben. Das 17-köpfige Teilnehmerfeld ist einigermaßen gemischt – insgesamt acht Frauen und neun Männer starten, wobei das Hauptfeld der Männer etwas größer ist.

Auf wen dürfen sich Zuschauer freuen?

Der Tscheche Josef Adamek, Gewinner des letzten Meetings 2020 und aktueller Meeting-Rekordhalter mit übersprungenen 2,13 Metern, wird in diesem Jahr nicht nach Hof zurückkehren. Dafür aber der Ingolstädter Manuel Marko, der das Springen ein Jahr vor Adamek gewann. Einen eindeutigen Favoriten im Männerfeld will Udo Jahreiß nicht ausmachen – doch Jan Stefala aus Tschechien hat mit seiner Saisonbestleistung von 2,19 Metern zusammen mit dem Slowaken Lukas Bier (Saisonbestleistung 2,15 Meter) sicher gute Karten. Aber auch dessen Landsmann Tomas Zeman hat mit 2,12 Metern Saisonbestleistung Chancen. Mit 2,12 Metern sprang sich Manuel Marko zum Meeting-Sieg 2019. In diesem Jahr knackte er die zwei Meter Marke allerdings noch nicht. Die schaffte der Tscheche Vojtech Riha mit 2,04 Metern in diesem Jahr auch erst knapp. Die Tschechen reisen übrigens mit Trainer Jaroslav Bába an, der zu seiner Zeit bei den Olympischen Spiele in Athen und Peking vorne mitsprang.

Lukas Bier nimmt etwa 650 Kilometer Anreise vom slowakischen Nitra auf sich, um ins Volkswagenzentrum Motor-Nützel in Hof zu kommen. Bei den Frauen nimmt die Tschechin Justyna Brydlova vom AC Vysoke Myto mit etwa 380 Kilometer die weiteste Anreise auf sich. Zusammen mit ihrer Landsfrau Denisa Pesova machen die beiden aufgrund ihrer Saisonbestleistungen von 1,73 Meter und 1,77 Meter vermutlich den Sieg untereinander aus. Aus Hamburg reist Angela Förster, die dritte im Frauenfeld, an.

Von oberfränkischen Flummis

Bei den U-Wettbewerben der Frauen gibt es auch oberfränkische Starterinnen, und nicht nur irgendwelche. Mit Eva Kalb aus Forchheim startet die aktuelle Bayerischer Meisterin der Halle (U 15), die sich in dieser Saison auch schon bei den Munich Indoor über 1,75 Meter schraubte. Eine sportliche „Wundertüte“, wie Udo Jahreiß sie nennt, wird wohl die einzige Starterin der LG Hof sein: Emma Barthold, 15 Jahre alt, macht ihren insgesamt erst zweiten Wettkampf am Samstag. Ihrem Trainer Benedikt Gradel ist im vergangenen Jahr ihr Talent aufgefallen – der Lehrer traute seinen Augen im Schulsport kaum. „Sie ist vom Boden weggesprungen wie ein Flummi!“ Er lockt sie zur LG Hof und schleift an ihrer Technik. Den Ball flach halten will die LG Hof aber dennoch – oder genau deshalb. Druck aufbauen bei der unerfahrenen Athletin will niemand. 1,45 Meter ist Barthold bei ihrem ersten Wettkampf gesprungen, doch auch der ist schon wieder eine Weile her. Die Neuntklässlerin ist eigentlich im Faustball Zuhause, spielt in Hallerstein erfolgreich in der U 16.

Ab 11 Uhr können sich Zuschauer den Wettkampf kostenlos anschauen. Das Springen wird von einem DJ begleitet – die Musik dürfen sich die jeweiligen Springer selbst aussuchen. Die Sportler dürfen für den Tagessieg 100 Euro mit nach Hause nehmen.