Hof Arbeitsagentur preist die Kurzarbeit

Die Agentur für Arbeit sieht die Kurzarbeit als wichtiges Instrument in der Corona-Krise. Foto: dpa/Patrick Seeger

Die Arbeitsagentur Bayreuth-Hof gibt einen Überblick über die Beschäftigungszahlen des vergangenen Jahres. Die Region schneidet positiver ab als erwartet.

Hof - Das Corona-Jahr 2020 hat auf dem Arbeitsmarkt in Stadt und Landkreis Hof seine Spuren hinterlassen. Darüber informiert die Agentur für Arbeit Bayreuth/Hof in ihrem jährlichem Pressegespräch. Dennoch: Geschäftsführer Sebastian Peine ist positiv gestimmt: „Die Region ist mit einem blauen Auge davon gekommen.“ Er verweist dazu auf den bayernweiten Vergleich; dagegen steht die Region den Zahlen nach besser da als Gesamtbayern. Bayernweit beträgt der Anstieg an Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr 32 Prozent. In der Stadt Hof hingegen beträgt die Zunahme „nur“ 12 Prozent, im Landkreis Hof rund 21 Prozent. Dass die Region unter dem bayernweiten Durchschnitt liegt, sei dem Branchenmix und vor allem der rekordverdächtigen Nutzung des Instruments Kurzarbeit zu verdanken. „Die Unternehmen haben die Kurzarbeit genutzt, um ihre Mitarbeiter halten zu können und so auch ein Signal zu senden“, sagt Peine. Kurzarbeit sei teuer, aber Arbeitslosigkeit noch teurer. In der Stadt Hof waren im vergangenen Juni rund 15 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Kurzarbeit, im Landkreis sogar rund 22 Prozent. Die Inanspruchnahme sei aber sukzessive gesunken.

Die Zahlen geben einen Rückblick und keinen Ausblick. „Unsere Analysen können höchstens als Zwischenfazit betrachtet werden. Die Corona-Krise dauert noch an.“ Doch ab Jahresmitte bereits zum Ende des Jahres habe sich der Arbeitsmarkt wieder erholt. „Traditionell ist in der Region – bedingt durch Saisonarbeit – der Monat April immer stärker von Beschäftigungsaufgaben betroffen.“ Corona habe das verstärkt.

Die Agentur betrachtet nicht nur den Stellen-und Beschäftigtenrückgang, sondern auch das Plus an Stellen. Dieser sei naturgemäß niedrig gewesen, besonders im Frühjahr. „In der Stadt Hof haben wir das Jahr trotzdem mit einem Plus beendet; mit einem Gesamtstellenbestand von 728. Das entspricht einem Plus von zehn Prozent zum Vorjahr. Im Landkreis Hof beenden wir das Jahr mit 982 Stellen und einem Minus von 0,7 Prozent zum Vorjahr.“ Auf jede offene Stelle kommen in der Stadt Hof 2020 zwei Arbeitslose (im Vergleich: 2005 waren es noch 9,1 Arbeitslose pro offener Arbeitsstelle). „Die Entwicklung geht zum Arbeitnehmermarkt.“

Die Logistikbranche zählt in der Stadt Hof zu den Gewinnern des vergangenen Jahres. Im Landkreis Hof ist die Kommunikationsbranche die mit der stärksten Beschäftigungsentwicklung.

 

Autor

 

Bilder