Hof Bürgern geht die Post ab

Im Hofer Bahnhhofsviertel fehlt es an Dingen des täglichen Bedarfs. Das hat eine Umfrage des Vereins Bürger am Zug unter Bewohnern ergeben. Die Aktion geht weiter.

Hof - Als ebenso erfolgreich wie aufschlussreich bewertet der Verein Bürger am Zug das vorläufige Ergebnis seiner Umfrage zur Situation im Hofer Bahnhofsviertel. Anlass ist der kontinuierliche Verlust von Versorgungseinrichtungen des täglichen Lebens im Quartier. Laut einer Pressemitteilung wollte der Verein nun von den Bewohnern des Bahnhofsviertels wissen: An welchen Geschäften und Einrichtungen besteht am dringendsten Bedarf?

Im Juli wurden dazu 500 Fragebögen verteilt. Über 34 Prozent kamen ausgefüllt zurück. Eine erste Auswertung zeigt: Am meisten brennt den Bewohnern das Thema Post auf den Nägeln. 94 Prozent der Unterzeichner wünschen sich wieder eine Postfiliale. 88 Prozent sprechen sich für einen weiteren Lebensmittelmarkt im Bahnhofsviertel aus. 74 Prozent vermissen eine Apotheke. Geldautomat (68 Prozent) und Bankfiliale (66) liegen auf der Wunschliste etwa gleichauf. "Dies sind alles Einrichtungen, die in einem klassischen Nahversorgungszentrum zentriert zu finden sind", meint der Verein Bürger am Zug. Vorschlag eines Befragten: "Das alles im Bahnhofsgebäude schaffen!" Eine Anregung, die es wert ist, bei der Suche nach einem Nutzungskonzept für den Bahnhof berücksichtigt zu werden, finden auch die Bürger am Zug. Von anderen Teilnehmern angeregt werden dort ein Service-Punkt der Bahn für Senioren, eine Tourist-Info und ein Restaurant im Königssaal.

"Die Umfrage hat uns bereits darin bestätigt: "Wir brauchen ein strategisches Entwicklungskonzept für das Bahnhofsviertel, das die Versorgung der Bürger im täglichen Leben innerhalb ihres Quartiers sicherstellt", erklären Beate Franck und Birgit Seiler, die beiden Vorsitzenden von Bürger am Zug.

Der Verein Bürger am Zug wird jetzt, im September, die Umfrage-Aktion noch einmal auflegen. Die Fragebögen sind bereits in den Bäckereien im Bahnhofsviertel ausgelegt. Gezielt verteilt werden sie am Weltkindertag am Sonntag, 20. September, am Stand der Werbegemeinschaft Bahn-Hof-Viertel in der Königsstraße vor der Polsterei Nowak. Ende des Monats wird die Aktion abgeschlossen. Mit allen Ergebnissen wollen die Bürger am Zug in die Bürgerversammlung der Stadt am 27. Oktober im Bahnhofsgebäude gehen. "Unser Ziel ist es, den Bewohnern über die Umfrage Gehör zu verschaffen", verdeutlichen Franck und Seiler.

Gefragt wurde außerdem nach der Bewertung von Sicherheit und Sauberkeit. Hier scheiden sich ein wenig die Geister. Wie diese Bewertung ausfällt, hängt oft davon ab, in welcher Straße man wohnt. Am besten schneiden in beiden Punkten Bahnhofstraße, Liebigstraße und Sophienstraße ab.

Negativ wird dagegen das Karree Alsenbergerstraße, Landwehrstraße, Roonstraße, Sedanstraße, obere Königstraße bis zum Bahnhofvorplatz bewertet. Insgesamt gibt es jedoch eher schlechte Noten: Nur als "ausreichend" werden Sicherheit mit 43 Prozent und Sauberkeit mit 41 Prozent angesehen. Je ein Viertel der Befragten halten die Sicherheitslage entweder für gut oder schlecht. Mit der Sauberkeit schaut es dagegen "schlecht" aus, meinen weitere 40 Prozent. Explizit benannt werden von Befragten Hundekot und Plastikmüll auf den Gehwegen sowie wilde Müllhalden am ehemaligen VHS-Hochhaus. Ein Brennpunkt ist offensichtlich weiter der Spielplatz an der Rauschenbachstraße: Immer wieder fänden sich Scherben im Sand, heißt es auf einem Fragebogen.

Rege Gebrauch gemacht wurde von der Möglichkeit, eigene Kommentare abzugeben. Besonders häufig beschäftigen sich diese mit dem Zustand des Rekkenze-Platzes mit den vermoderten Lampenschirmen. "Eine Zumutung", "ein Armutszeugnis für die Stadt", "trostlos", urteilen die Befragten.

Wir brauchen ein strategisches Konzept für das Bahnhofsviertel, das die Versorgung der Bürger im täglichen Leben innerhalb ihres Quartiers sicherstellt.

Beate Franck und Birgit Seiler,

Verein Bürger am Zug

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