Hof - Gerhard Ried wäre ein guter Psychologe geworden. Eigentlich ist er einer, irgendwie: Der 62-Jährige erlebt Menschen oft in Extremsituationen - er führt sie selbst hinein, er hilft ihnen behutsam hindurch und er genießt es genauso wie sie, wenn sie es geschafft haben. Denn ob bei einer Alpenüberquerung oder beim Radeln am Theresienstein: Am Berg zeigt sich, wer man wirklich ist. Wenn bergauf der Schweiß fließt oder bergab die Angst die Oberhand zu gewinnen droht, brechen sich ganz existenzielle Charaktereigenschaften Bahn. "Und die Menschen sind bereit, sich dafür zu quälen", sagt er schmunzelnd. Das freut ihn: Der Mountainbike-Guide des Hofer Alpenvereins ist nämlich in solchen Situationen nicht nur der oberste Quälmeister, er bietet auch die Schulter, an die sich seine Mitfahrer bei Bedarf anlehnen können. So hat er in den vergangenen zehn Jahren ganz viel Menschliches mitbekommen. Und befördert.
Hof Der Mitnehmer
Christoph Plass 16.08.2019 - 19:34 Uhr