Hof Der Sprung in den Fluss der Stadt

Der Sieger-Entwurf zur Umgestaltung des Oberen Tores könnte der Beginn einer völlig neuen Altstadt-Optik sein. Ein Mix aus Licht und Teilhabe soll die Menschen lenken.

Hof - Die Hofer Alstadt soll in den nächsten Jahren ein neues Gesicht bekommen. Das Konzept Kernstadt 2020 sieht vor, das Hofer Zentrum in vier Abschnitten zu verändern. Ziel der Planer ist eine neue Lenkung der Besucher und mehr Teilhabe in der Stadt. Damit will die Stadt auf Veränderungen im Handel reagieren. Die City soll zu einem Ort des Aufenthalts werden. Die Stadt reagiert damit auf Veränderungen im Handel und neue Entwicklungen in der Stadtplanung.

47.000 Einwohner - 47.000 Experten

Wie sieht die Hofer Alstadt in den nächsten Jahren aus? Werden leer stehende Geschäfte mit neuen Ideen wieder mit Leben gefüllt? Welche Events braucht die Stadt? Fühlen sich Radfahrer wohl? Wie könnte die Zeit zwischen Kaufhof-Schließung und Bau der Hof-Galerie überbrückt werden? Stadtentwicklung passiert nicht nur in den Köpfen derjenigen, die dafür zuständig sind, sondern in jedem Bürger. Hof hat 47 000 Experten. Eine Stadt lebt auch mit der Kreativität ihrer Einwohner. Bringen Sie sich ein!

Die Redaktion der Frankenpost will in der Serie "47.000 Einwohner - 47.000 Experten" in den nächsten Monaten Ideen für die Altstadt vorstellen. Schreiben Sie uns an: Frankenpost Verlag GmbH, Poststraße 9/11, 95028 Hof, oder per E-Mail an die Adresse hof-lokal@frankenpost.de oder via Facebook unter dem Stichwort "47.000 Einwohner - 47.000 Experten".

Am vergangenen Donnerstag hatte eine Jury aus sieben Stimmberechtigten (Handel, Stadtrat, Verwaltung und unabhängige Architekten) in der Bürgergesellschaft Vorschläge für die Aufwertung des Oberen Tores angesehen (wir berichteten). "Ein Prozess, der Spaß gemacht hat, weil man mal einen Tag lang Zeit hatte, sich einzuarbeiten", sagte Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner bei der offiziellen Vorstellung der Arbeiten am Mittwoch im Bürgerzentrum. Hier sind in den nächsten vier Wochen die drei besten Entwürfe zu sehen.

Insgesamt sieben Arbeiten hatte sich die Jury angesehen. Drei Büros wurden von der Stadt zum Wettbewerb eingeladen, ihre Idee einzubringen, fünf wurden aus 28 Bewerbern ausgewählt. Am Ende gaben sieben Landschaftsplaner ihr Werk ab. Begleitet wurde die Stadt von der Architektenkammer in München, um den Vergabeprozess auch juristisch sicherzustellen.

Wie berichtet, waren sich die Beteiligten bereits am Donnerstag einig. Der Vorschlag der Landschaftsarchitekten von Adler und Olesch gilt als Favorit. Noch bedarf es der Zustimmung des Stadtrates in der Sitzung am 25. März. Der Hofer Bauausschuss hat in nicht-öffentlicher Sitzung "mit großer Mehrheit" bereits grünes Licht gegeben, verriet Fichtner.

Verantwortlich für Hof sind Thomas Dill und Ben Warnecke, zwei von vier Geschäftsführern des Unternehmens, das Büros in Nürnberg und München unterhält, insgesamt 26 Mitarbeiter beschäftigt. Ihr Siegerentwurf ist dotiert mit 15.000 Euro, Platz zwei und drei erhalten 9000 und 6000 Euro. Adler und Olesch haben sich auf die Umgestaltung von Fußgängerzonen spezialisiert. "Im städtischen Kontext fühlen wir uns wohl", eröffnete Ben Warnecke seine Erklärung zum Projekt. Mit seinem Partner will er den Bereich vom Kugelbrunnen bis zum Oberen Tor mit einem einheitlichen Bodenbelag versehen. Granit aus dem Fichtelgebirge böte sich dafür natürlich an. Dill und Warnecke wollen versuchen, die Fußgänger teilhaben zu lassen. Trittsteine sollen zum Verweilen einladen, eine Bühne bieten, Spielplatz sein oder ein Überweg zur anderen Seite der Straße. "Danach springt man wieder in den Fluss der Stadt", erklärt Warnecke die Idee. Vor allem der Blick hinunter zum leer stehenden Modehaus Finck und die Anbindung der Ludwigstraße soll verbessert werden. Die geplante Lichtinstallation "Leuchtendes Tor" dürfte das ausschlaggebende Argument für die Jury gewesen sein, den Nürnbergern den Zuschlag zu geben.

Gut möglich, dass Adler und Olesch in den nächsten Jahren auch mit den weiteren Modulen der Umgestaltung betraut werden. Mit ihren ausgestellten Grafiken liefern die Planer gleich ein Bild mit, wie sie sich die Altstadt bis hinunter zum Sonnenplatz vorstellen. Zwar müssen die zuständigen Gremien darüber entscheiden, wie die weiteren Bauabschnitte vergeben werden. Es scheint aber unwahrscheinlich, dass vier unterschiedliche Büros das Konzept Kernstadt 2020 umsetzen.

Der erste Teil der Umgestaltung soll nach Angaben von Ute Mühlbauer im kommenden Jahr beginnen. Die Leiterin des Fachbereichs Stadtplanung will keine Zeitpläne nennen. Auch über die Kosten könne noch nicht gesprochen werden. Die Stadt setzt auf die Unterstützung der Regierung. Bei Architektenwettbewerben sei es üblich, die finanziellen Aspekte zunächst außen vorzulassen, um der Kreativität freien Lauf zu lassen.

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