Einmal im Jahr, dann nämlich, wenn alle fünf Bücher Moses ausgelesen sind, feiert die jüdische Gemeinde Hof hat das Fest der Thorafreude. Am Freitag war es wieder soweit. Wie Rabbiner David Goldberg bemerkte, lernen die Gläubigen immer wieder Stellen dieses Teils der Hebräischen Bibel besser kennen. Zum Fest trugen die Männer drei Thorarollen um das Lesepult und durch die Bankreihen der Synagoge. Dabei sangen sie fröhliche Lieder über Jerusalem, während die am Rand stehenden Frauen ihre innere Beziehung zur Thora zeigten, indem sie die in Samt gehüllten Thorarollen mit den Fingerspitzen berührten und sie anschließend küssten. Die Thora gilt als "Baum des Lebens". Wer an ihr festhalte und sich auf sie stütze, hieß es in einer Lesung, sei beglückt, denn alle ihre Wege führten zum Frieden. Zur Lesung des letzten Abschnitts wurden nacheinander alle Männer zum Lesepult gerufen. Baruch Köhler betonte: Der Gemeindevorstand habe entschieden, dass auch Nichtjuden zum Lesepult kommen und den Segensspruch in Hebräisch sprechen können. Sie nicht aufzurufen, wäre diskriminierend. Zuletzt wurden die Kinder nach vorn gerufen. Dabei wurde ein Gebetsmantel wie ein Baldachin über das Lesepult und die Kinder ausgespannt. Rabbiner Goldberg (Zweiter von rechts) erhob die ausgelesene Thorarolle und zeigte sie allen, bevor er sie durch eine andere austauschte, aus der in Hebräisch das erste Kapitel Moses begonnen wurde: "Am Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde." Nach einem gemeinsamen Gebet begaben sich die Gemeindeglieder zum Festmahl in den großen Saal. Text/Foto: Gerd Stoppa