Hof Ein Fest mit anderem Bewusstsein

Der Weiße Sonntag, also der Sonntag nach Ostern, ist traditionell der erste Tag im Kirchenjahr, an dem die katholischen Christen ihre Erstkommunion feiern.

Ein Fest mit anderem Bewusstsein Quelle: Unbekannt

Hof/Münchberg/Naila - Der Weiße Sonntag, also der Sonntag nach Ostern, ist traditionell der erste Tag im Kirchenjahr, an dem die katholischen Christen ihre Erstkommunion feiern. Auch in Stadt und Landkreis Hof, wo sich in diesem Jahr 84 Buben und Mädchen mit ihren Eltern auf diesen besonderen Moment freuten. Doch die Corona-Krise brachte im Frühjahr alles durcheinander. "Es war schnell klar, dass wir die Kommunion verschieben müssen", erklärt Hans-Jürgen Wiedow, leitender Pfarrer im Dekanat Hof. Auch die Eltern mussten die Feiern nach dem Gottesdienst - ob zu Hause oder in den Gasthäusern - absagen.

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Die Termine

Eine Übersicht über die Termine der Erstkommunion im Stadt und Landkreis Hof. Auch hier sind die Termine unter Vorbehalt.

Hof/Feilitzsch/Konradsreuth : In Kleingruppen empfangen die 43 Jungen und Mädchen in den Sonntagsgottesdiensten der verschiedenen Kirchen ihre Erstkommunion. Die erste Kommunion ist am 5. Juli, die letzte Ende August.

Münchberg/Helmbrechts/Sparneck : Auch hier findet die Kommunion in kleineren Gruppen ab

5. Juli statt.

Naila/Bad Steben/Selbitz : Die Erstkommunion in diesem Jahr war erst für den Oktober geplant - und soll wie vorgesehen in diesem Zeitraum auch stattfinden.

Rehau/Schwarzenbach an der Saale/Oberkotzau : Hier steht noch eine Entscheidung aus. Die Kommunion findet im Herbst 2020 oder erst im Frühling 2021 statt.

Mit den Eltern habe die katholische Kirche schon früh Kontakt aufgenommen. Doch noch war ungewiss, ob und wann die Kinder das Sakrament der heiligen Kommunion empfangen können. Denn Gottesdienste durften ja wochenlang nicht gefeiert werden. "Wir haben in Absprache mit den Eltern in dieser Zeit nach einer gemeinsamen Lösung gesucht", sagt Wiedow. Eines war aber auch klar: "Alle wollten das Fest feiern." Auch wenn es 2020 in einem anderen Bewusstsein als in den Jahren zuvor geschehe.

So habe sich die katholische Kirche entschlossen, dieses Mal "aus der Ordnung herauszugehen". Das empfindet Hans-Jürgen Wiedow als überhaupt nicht schlimm. Im Gegenteil. "Das schafft Lebendigkeit und Spannung." Mittlerweile freuen sich alle - ob Kommunikanten, Eltern, Pfarrer und Verantwortliche in den Kirchen in Stadt und Landkreis Hof - auf den ersten großen Tag im Leben eines jungen katholischen Christen.

Gefeiert wird im Stadtgebiet von Hof sowie in Münchberg, Helmbrechts, Sparneck, Feilitzsch und Konradsreuth dieses Mal aber nicht in Gruppen. "Wir werden nur jeweils eine Kommunion mit zwei, drei Kindern pro Gottesdienst machen", erklärt der Geistliche. Und zwar Sonntag für Sonntag. Zudem dürften sich die Kinder und Eltern aussuchen, in welchem der Gotteshäuser diese sein soll. Die erste Feier findet bereits am Sonntag statt. Es werde rund zwei Monate dauern, bis alle Buben und Mädchen ihre Erstkommunion empfangen haben. "Wir sind schon alle gespannt", freut sich Wiedow auf das traditionelle Kirchenfest, das wegen Corona in diesem Jahr einen anderen Ablauf hat. Vielleicht bleibt es auch deswegen in Erinnerung, vielleicht aber auch, weil die neue Form des Feierns von Eltern und Kindern besonders wahrgenommen wird. Eines ist für Hans-Jürgen Wiedow jetzt schon klar: "Diese Kommunion wird ganz schön werden." peck