Etwa 120 Teilnehmer haben sich gestern zur Gedenkveranstaltung am Hallplatz versammelt. Bei der Feierstunde wurden die Geschehnisse der Reichspogromnacht am 9. November 1938 in Erinnerung gerufen. Rabbiner David Goldberg eröffnete die Feier mit hebräischen und jiddischen Liedern, deren klagender Ton auf das Gedenken einstimmte. Der Hofer Obürgermeister Dr. Harald Fichtner stellte in seiner Ansprache fest, es seien nicht viele, "denen es ein Bedürfnis ist", bei dieser Feier dabei zu sein. Er stellte die Frage: "Wären wir so mutig gewesen, nein zu sagen?" Er ging auf die Ereignisse in dieser Nacht in Hof ein und erinnerte daran, wie beim Kaufhaus Ury und dem Schuhgeschäft Bottina die Fensterscheiben eingeschlagen wurden, wie die Synagoge in Flammen aufging. Er gab zu, sich nicht sicher zu sein, "ob wir so mutig gewesen wären", sich den Ereignissen zu widersetzen. Gerade deshalb müsse die Erinnerung an die Geschehnisse wach gehalten werden. Fichtner erinnerte aber auch an das, was nach dem Krieg an Aufbauleistung vollbracht wurde und meinte: "Darauf können wir stolz sein, wenn wir dabei nicht überheblich sind." Zur heutigen Verantwortung gehöre es, an die dunkelsten Kapitel der Geschichte zu erinnern, "um unsere Demokratie auch für die Zukunft wehrhaft gegen ihre Feinde zu halten." Auch Mirjam Channah-Goldberg erinnerte in einer Anprache an den 9. November 1938. Der Chor der jüdischen Gemeinde (unser Bild) trug ebenfalls mit Liedern zur Feier bei. Foto: Sammer
Hof Erinnerung an den 9. November 1938
Redaktion 10.11.2010 - 00:00 Uhr