Frau Wolfrum, Sie sind beim Kreis-erntedankfest in zweierlei Funktion dabei?
Der bayerische Bauernverband feiert morgen um 20 Uhr in der Münchberger Stadtkirche Erntedank. Kreisbäuerin Karin Wolfrum ist aktiv dabei.
Frau Wolfrum, Sie sind beim Kreis-erntedankfest in zweierlei Funktion dabei?
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Zum einen in meiner Eigenschaft als Kreisbäuerin, zum anderen als aktives Mitglied des Hofer Landfrauenchores.
Begeht der Bauernverband alle Jahre ein Erntedankfest?
Ja, wir feiern alle Jahre. Der Unterschied zum Vorjahr ist, dass heuer kein Erntekronen-Wettbewerb stattfindet. Dieser wird in zweijährigem Rhythmus ausgetragen.
Waren schon immer Kirchen die Veranstaltungsorte?
Nein. Wir haben schon in unterschiedlichsten Häusern gefeiert. Zum Beispiel im Kurhaus Bad Steben, im Bauernhofmuseum Kleinlosnitz, im Reinhart-Gymnasium Hof und vor zwei Jahren in der Michaeliskirche in Hof. Letzteres hat den Besuchern so gut gefallen, dass der Wunsch an uns herangetragen worden ist, doch wieder mal in einer Kirche dieses Fest zu begehen.
Ist das 350. Jubiläum des Münchberger Dekanats Anlass, dass heuer in der Münchberger Kirche gefeiert wird?
Nein, das ist reiner Zufall.
Ist bewusst der Samstag vor dem Erntedankfest gewählt?
Ja, damit die Bäuerinnen und Bauern am Sonntag in Ruhe das Erntedankfest in ihren Kirchen feiern können, zumal sie oft aktiv in die Lesungen eingebunden sind.
Was will das Kreiserntedankfest bewirken?
Wir wollen, dass wirklich gedankt wird für die Ernte und über die gedeckten Tische nachgedacht wird. All das ist gar nicht so selbstverständlich. Gerade heuer nicht, wo das Wetter Kapriolen geschlagen hat und die Ernte zum Teil von geringer Qualität ist, verspätet oder überhaupt eingebracht werden konnte.
Rückt der Tag der Einheit, der just zum Erntedankfest gefeiert wird, diesen Dank in den Hintergrund?
Der Tag der Deutschen Einheit ist durchaus wichtig. Aber es ist in der Tat so, dass darüber hinaus oft vergessen wird, dass in unserer Region Güter von bester Qualität erzeugt werden.
Ist das Kreiserntedankfest des Bauernverbands einem Gottesdienst ähnlich?
Nein, es ist eher ein Konzert, allerdings mit Lesungen, Gebeten und Kurzandacht im ersten Teil - zum Dank und Erntedank. Der zweite Teil, der musikalisch-literarische, steht unter dem Motto "Ein jedes Ding hat seine Zeit" und wird ausschließlich mit Musik und Lesungen gestaltet. Es ist ein wirklich ansprechendes Programm, das am Samstagabend geboten wird.
Wer zeichnet dafür verantwortlich?
Helmut Lottes, der Chorleiter des Hofer Landfrauenchores. Er bemüht sich sehr, die Beiträge in stimmiger Reihenfolge zu präsentieren. Er entwirft und schreibt auch die Programmzettel, die abends in der Kirche ausliegen werden.
Wer sind die Mitwirkenden?
Dekan Erwin Lechner wird Begrüßung und Andacht halten, und unser Kreisobmann Hermann Klug eine kurze Ansprache. Für die musikalischen Beiträge werden neben dem Landfrauenchor der Münchberger Stadtkantor Jürgen Kerz, die "Waldsteinsaiten" und die Hofer Volksmusikanten sorgen. Letztere werden bei trockenem Wetter den Besuchern vor der Kirche einen musikalischen Empfang bereiten. Die Gedichte und Geschichten, bei denen es um weltliche Dinge sowie Bräuche von einst und jetzt geht, werde ich zu Gehör bringen.
Wie lange wird der Abend dauern?
Eingeplant sind rund eineinhalb Stunden, die in aller Ruhe genossen werden sollen. Der Eintritt ist übrigens frei.
Kann jeder kommen?
Es soll jeder kommen: Kinder und Erwachsene - aus den Dörfern und den Städten.
Rechnen Sie mit einem vollen Haus?
Ja, ich hoffe auf voll besetzte Kirchenbänke.
Das Gespräch führte Irene Gottesmann
Interview
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